Österreichs Wirtschaft wächst langsamer

7. Juni 2006, 08:44
6 Postings

BIP-Wachstum verringerte sich wetterbedingt - Sachgüterbereich expandierte stark, Schwung im Außenhandel

Wien - Das um Saison- und Arbeitstags-Effekte bereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Österreich erhöhte sich real um 0,5 Prozent gegenüber der Vorperiode. Im vierten Quartal 2005 hatte die Rate noch +0,7 Prozent betragen. Dämpfend könnte das außerordentlich kalte Winterwetter gewirkt haben, erklärte das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) am Donnerstag zu seiner ersten Schnellschätzung zum Auftaktquartal 2006. Im Jahresabstand stieg das BIP aufgrund der höheren Zahl der Arbeitstage (+3 1/4) hingegen im ersten Quartal 2006 relativ kräftig (+2,8 Prozent).

Am stärksten expandierte die Wertschöpfung in der Sachgütererzeugung (samt Energie- und Wasserversorgung), wenn auch mit +0,7 Prozent etwas schwächer als in der Vorperiode (+1 Prozent). Mit +0,6 Prozent fiel die Wachstumsrate in Handel, Beherbergung und Gaststättenwesen sowie Transportwesen ebenso hoch aus wie im 4. Quartal 2005. In den unternehmensnahen Diensten und Finanzdienstleistungen blieb sie mit diesem Wert aber unter der Vorquartalsmarke. Unterdurchschnittlich entwickelte sich die Wertschöpfung im Bauwesen (+0,4 Prozent) und in der Land- und Forstwirtschaft (-0,1 Prozent).

Öffentlicher Konsum nimmt zu

Die Nachfrage der privaten Haushalte wuchs real um 0,5 Prozent, ebenso stark wie in den vorangegangenen Perioden. Leicht beschleunigt hat sich hingegen die Zunahme des öffentlichen Konsums: Aufgrund der Ausgaben im Zusammenhang mit der österreichischen Ratspräsidentschaft expandierte er mit +0,6 Prozent etwas stärker als Ende 2005 (+0,5 Prozent). Die Dynamik der Bruttoinvestitionen blieb mit real +0,4 Prozent unverändert schwach. Am ungünstigsten entwickelten sich die Bauinvestitionen, jedoch blieb auch die Ausweitung der Ausrüstungsinvestitionen sehr verhalten.

Der Außenhandel gewann weiter an Schwung: Der Export im weiteren Sinne wurde real um 1,4 Prozent gesteigert, vor allem aufgrund des Anstiegs der Warenausfuhr und der nichttouristischen Dienstleistungsexporte. Im Gefolge der Exportsteigerung verstärkte sich auch die Importnachfrage i. w. S. (+1,6 Prozent). (APA)

Share if you care.