Auch Grasser will nicht BZÖ-Spitzenkandidat werden

11. Mai 2006, 10:37
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Umgehende Dementis von Haider und Finanzminister nach Medienbericht - Politiker-Sprecher: "Blödsinn", "Unsinn"

Wien - Die Vermutung der "Kleinen Zeitung", dass Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) seinen Finanzminister Karl-Heinz Grasser an BZÖ-Obmann Jörg Haider als Spitzenkandidat für die Nationalratswahl "verleiht", wurde Mittwochabend umgehend dementiert. Ein Sprecher Haiders sprach von einem "völligen Blödsinn". Für Grassers Kabinettschef Matthias Winkler ist die Meldung "an den Haaren herbeigezogen und nicht einmal denkmöglich".

Zeitung berichtete von Absprachen zwischen Schüssel und Haider

Die "Kleine Zeitung" schreibt in ihrer Donnerstag-Ausgabe, dass es über die BZÖ-Kandidatur Grassers bereits Absprachen zwischen Schüssel und Haider gebe. "Grasser kommt somit im bevorstehenden Wahlkampf eine Schlüsselrolle zu. Schüssel und Haider setzen auf die Strahlkraft und Popularität des bisher in allen Krisen unbeschadet gebliebenen Finanzministers, um den Fortbestand der Koalition auch nach der Wahl zu sichern", so die "Kleine Zeitung".

"Geheimplan" des BZÖ

Und weiter: "Mit dem Geheimplan wollte das BZÖ erst an die Öffentlichkeit gehen, sobald der EU-Parlamentarier Hans-Peter Martin seine Liste für die Nationalratswahl vorgelegt hat. Parteiintern wird aber der Druck, das Wahlkampfkonzept und die notwendigen Organisationsmaßnahmen zu beschließen, immer größer."

Haider Sprecher: "Blödsinn"

"Das ist völliger Blödsinn", sagte Haiders Sprecher Stefan Petzner. "Grasser ist sicher nicht Spitzenkandidat des BZÖ." Es gebe auch keinerlei Absprachen mit Bundeskanzler Schüssel, "weder, was einen Wahltermin betrifft, noch über personelle Fragen".

"Das BZÖ braucht Schüssel nicht, um erfolgreich zu sein", so Petzner. Er schloss aus, dass Grasser zum BZÖ stoßen könnte. "Grasser ist parteifreier Finanzminister. Ob er künftig wieder Finanzminister ist, kann man jetzt natürlich nicht sagen. Aber parteifrei wird er sicher bleiben. Zum Orangen wird er nicht werden."

Grasser (37) ist seit dem Jahr 2000 Finanzminister. Nach den FPÖ-Turbulenzen im September 2002 ist er - gemeinsam mit der damaligen Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer und Klubobmann Peter Westenthaler - zurückgetreten. Nach seinem Austritt aus der FPÖ wurde er knapp vor der Wahl im November 2002 als Überraschungskandidat im Team von ÖVP-Chef Wolfgang Schüssel präsentiert. Seit der Neuauflage von Schwarz-Blau bzw. Schwarz-Orange gilt Grasser offiziell als parteiunabhängiger Finanzminister, der allerdings als kooptiertes Mitglied im ÖVP-Parteivorstand sitzt. (APA)

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