Harte Landung für Air-Berlin

1. Juni 2006, 14:11
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Nach der einwöchigen Warteschleife hat der deutsche Billigflieger den Börsengang im zweiten Anlauf doch noch geschafft und legte ein durchwachsenes Debüt hin

Frankfurt - Die deutsche Billigfluggesellschaft Air Berlin hat nach heftigen Turbulenzen im zweiten Anlauf den Sprung auf das Börsenparkett geschafft. Die Aktien starteten am Donnerstag mit 12,65 Euro in den Handel und lagen damit gut fünf Prozent über dem Ausgabepreis von zwölf Euro. Allerdings fiel der Kurs in den ersten Minuten nach der Erstnotiz bereits wieder bis auf 12,16 Euro.

"Ich bin sehr zufrieden. Jetzt können wir in die Zukunft gucken und wachsen", kommentierte Vorstandschef Joachim Hunold das Börsendebüt. Trotz der geringeren Einnahmen aus dem Börsengang sei er zuversichtlich, die damit verbundenen Ziele zu erreichen. Jürgen Pieper, Analyst vom Bankhaus Metzler, sagte, der verringerte Preis sei vernünftig gewesen. "Viel Luft ist in der Aktie aber nicht drin."

Der Emissionserlös beträgt nach Unternehmensangaben 443,5 Millionen Euro. Bei voller Ausübung einer Mehrzuteilungsoption wären maximal bis zu 510 Millionen Euro erreichbar, nachdem ursprünglich bis zu 872 Millionen Euro angepeilt worden waren.

Schnäppchen

Der Börsengang von Deutschlands zweitgrößter Airline stand trotz einer umfangreichen Werbekampagne mit Fernsehmoderator Johannes B. Kerner unter keinem guten Stern und lockte nur zögerlich Investoren an. Für den zweiten Anlauf an den Kapitalmarkt hatte die Airline nach schleppender Nachfrage den Kaufpreis und das Aktienvolumen deutlich gesenkt. Die Emission war dabei um eine Woche nach hinten verschoben worden. Die Preisspanne auf 11,50 bis 14,50 Euro von 15 bis 17,50 Euro gesenkt und das Angebot an Aktien verknappt. Die Emission war trotz dieser Schritte nur zweifach überzeichnet.

Bei Wacker Chemie, dem bisher größten Börsengang in Deutschland in diesem Jahr, hatte die Nachfrage das Angebot um mehr als das 18-fache übertroffen. Kritiker hatten Air Berlin vorgeworfen, dass Risiken wie steigende Treibstoffpreise und der harte Wettbewerb im europäischen Billigflugsektor in der ursprünglichen Angebotsspanne nicht genügend berücksichtigt worden seien. Nur ein Zehntel der Aktien gingen an Privatanleger, der Rest wurde von institutionellen Investoren gezeichnet.

Ankauf von 50 Flugzeugen

Air Berlin selbst fließen mit dem Börsengang 235 Millionen Euro zu. Abzüglich der Kosten für das IPO bleiben noch etwa 195 Millionen Euro übrig. Hunold hatte sich ursprünglich Hoffnungen auf rund 400 Millionen Euro machen können. Mit dem frischen Kapital will er vor allem die bereits bestellten 50 neuen Flugzeuge bezahlen. Außerdem sollen neue Strecken nach Skandinavien und Osteuropa aufgebaut werden. Trotz der geringeren Börsegang-Erlöse seien die Wachstumsziele "überhaupt nicht gefährdet", sagte Hunold. Allerdings werde Air Berlin in der Flugzeugfinanzierung etwas umstrukturieren.

Bei vollständiger Ausübung der Platzierungsreserve befänden sich nach dem Börsengang rund 71 Prozent der Unternehmensanteile im Streubesitz. Air Berlin gilt trotz des niedriger als erwartet ausgefallenen Börsenwerts als Kandidat für eine Mitgliedschaft im Nebenwerteindex MDax. (APA/Reuters/dpa)

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    Die Aktie startete mit 12,65 Euro, fiel aber in den ersten Handelsminuten wieder bis auf 12,16 Euro.

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