ZDF droht Telekom mit Boykott bei geplantem Internet-Fernsehen

4. Juli 2006, 11:16
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"Unter den derzeitigen technischen Bedingungen gibt es von uns kein Signal" - Auch ARD werde Programm nicht zur Verfügung stellen

Die Partnerschaft mit Microsoft könnte für die Deutsche Telekom bei ihrem geplanten Fernsehangebot über das Internet (IP-TV) zum Problem werden.

Wie die "Financial Times Deutschland" (Donnerstagausgabe) vorab berichtete, drohen die öffentlich-rechtlichen Sender mit einem Boykott. "Unter den derzeitigen technischen Bedingungen gibt es von uns kein Signal", sagte ZDF-Produktionsdirektor Andreas Bereczky der Zeitung.

Auch die ARD werde ihr Programm nicht für das TV-Angebot der Telekom zur Verfügung stellen. Die IP-TV-Software von Microsoft unterstütze wichtige europäische Fernsehstandards nicht. "Wir bestehen darauf, dass dies zunächst geändert wird", sagte Bereczky.

Verhandlungen

"Wir sind im Moment in Verhandlungen mit den öffentlich-rechtlichen Sendern", sagte ein Telekom-Sprecher, nannte aber keine Details. Die Telekom hat keine Rundfunklizenz und muss sich zur Durchleitung der TV-Signale mit den Sendern einigen.

Die Telekom will über ihr neues VDSL-Hochgeschwindigkeitsnetz, das zunächst in den zehn größten deutschen Städten zur Verfügung steht, ab dem Sommer rund 100 Free- und Pay-TV-Sender über das Internetprotokoll anbieten. Die Telekom hatte mitgeteilt, ihren Kunden mit der Microsoft-Software sowohl TV-Bilder in Standardqualität als auch im hoch auflösenden Standard HDTV anbieten. Die Programme können live oder nach Bedarf (on-demand) abgerufen. (Reuters)

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