Streit um Verlängerung der Karenzzeit

2. Juni 2000, 21:19

"Weiterer Schritt, um Frauen aus dem Arbeitsmarkt zu drängen"

Bald drei Karenzjahre für Mütter
Vizekanzlerin Riess-Passer beharrt auf Erhöhung noch in dieser Legislaturperiode

Wien - Eine heftige Debatte ausgelöst hat die Ankündigung von Vizekanzlerin Riess-Passer im STANDARD vom Freitag, noch in dieser Legislaturperiode die Kinder-Karenzzeit zu verlängern. ÖGB-Frauenvorsitzende Renate Csörgits erkennt darin einen frauenfeindlichen Akt: "Eine Verlängerung der Karenz auf drei Jahre ist ein weiterer Schritt, der Frauen aus dem Arbeitsmarkt drängen wird."

Für SP-Frauenvorsitzende Barbara Prammer hat der Vorschlag der freiheitlichen Obfrau freilich Methode: "Damit werden die Absichten der FPÖ offenkundig. Mit dieser Regelung würde der Wiedereinstieg in den Beruf beinahe unmöglich. Während Wiedereinstiegshilfen gekürzt werden und der Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen stagniert, will die Regierung das Zuhause-Bleiben von Frauen mit Milliarden-Beträgen subventionieren."

Solche Kritik, findet FP-Generalsekretärin Theresia Zierler, entlarve die KritikerInnen: "Die Katze ist aus dem Sack: Je kürzer die Karenzzeit, desto besser. Das sind DDR-Methoden: Je früher eine Mutter ihr Kind dem Staat überlässt, desto besser erscheint es der SPÖ."
(red)

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