Drogenkonsum wird in Österreich mit Therapie "bestraft"

12. Juni 2006, 11:10
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Zwischen Süchtigen und Händlern wird deutlich unterschieden

Wien - Drogenkonsum wird in Österreich meist mit Therapie "bestraft". Besitz von Suchtmitteln ist nach Angaben von Staatsanwalt Walter Geyer zwar grundsätzlich strafbar (Freiheitsstrafe bis sechs Monate oder Geldstrafe), doch Ziel des Gesetzgebers ist es, zwischen Süchtigen und Händlern deutlich zu unterscheiden. Stellt die Gesundheitsbehörde also eine Abhängigkeit fest, kann eine Entwöhnung angeordnet werden.

Es sei eine spezielle Bestimmung, dass Drogenbesitz und -konsum, sogar die nicht gewerbsmäßige Weitergabe von geringen Mengen an Suchtmitteln, nicht bestraft wird, erklärte Geyer. "Süchtige sollen ganz anders behandelt werden als jene, die mit der Droge handeln." Verläuft die Therapie erfolgreich, wird das Verfahren nach einer Probezeit eingestellt.

Grenzmengen je nach Droge

Die Grenzmengen sind pro Suchtgift unterschiedlich festgelegt. Geyer: "Fünf Gramm Marihuana können natürlich nicht mit fünf Gramm Kokain oder gar Heroin gleichgesetzt werden." Und die Drogen-Liste ist lang. Auf ihr finden sich nicht nur allseits bekannte illegale Suchtmittel, sondern vor allem Dutzende, nahezu unbekannte Suchtgifte.

Der Gesetzgeber differenziert nach Mengen: Bei großen Mengen drohen im Fall von Besitz oder Weitergabe Haftstrafen von drei bis 15 Jahren. (APA)

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