"Rabenmutter"-Tag

10. Mai 2006, 19:21
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Forderung der SPÖ-Frauen zum Tag der Mütter: Verringerung der Einkommenschere, die nach wie vor ein Drittel beträgt

Wien - Neben dem Muttertag hat der "Rabenmutter"-Tag bei den SPÖ-Frauen seit Jahren Tradition. Auch heuer wurde er unter dem Motto "Österreichs Frauen verdienen eine bessere Zukunft" mit riesigen Scheren, die am Mittwoch auf der Wiener Freyung aufgestellt waren, begangen und die Intention der SPÖ-Frauen symbolisiert: Die Einkommensschere reduzieren.

"Unser Ziel ist es, die Einkommensschere zwischen Männern und Frauen in den nächsten fünf Jahren signifikant zu verringern", sagte SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende und Zweite Nationalratspräsidentin Barbara Prammer am "Rabenmutter"-Tag. Frauen, die berufstätig sind, sollten kein schlechtes Gewissen haben, erklärte SPÖ-Bundesfrauengeschäftsführerin Bettina Stadlbauer. "Wir wollen zeigen, dass es gut ist, was sie leisten, er ist als Dank und Attribut an die vielen berufstätigen Mütter gedacht", betonte Stadlbauer. Denn Doppel- und Dreifachbelastung gehöre zum Alltag der Frauen und es sei Aufgabe der Politik, Frauen zu unterstützen.

Einkommensschere

Der Unterschied im Einkommen zwischen Frauen und Männern beträgt in Österreich nach wie vor ein Drittel. Und damit nicht genug: Die Einkommensschere in Österreich öffnet sich weiter. "Im Vergleich zu den neunziger Jahren ist der Abstand um eineinhalb Prozentpunkte größer geworden", kritisierte Prammer. Im öffentlichen Dienst kommen Fraueneinkommen relativ nahe an die Männer heran (81 Prozent). In der Privatwirtschaft gibt es aber einen großen Unterschied: Arbeiterinnen verdienen nur 61 Prozent im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen, Angestellte 60 Prozent. Ursache, so Prammer, sei vor allem die hohe Teilzeitbeschäftigung von Frauen.

Wie es funktionieren könnte

Die SPÖ-Frauen wollen den Einkommensunterschied spürbar und nachhaltig verringern. Dazu brauche es unter anderem eine steuerliche Entlastung, wie die Verdoppelung der Steuergutschrift für niedrige Einkommen von 110 Euro auf 220 Euro. Um Verbesserungen im Arbeitsrecht für Frauen durchzusetzen, gehe es in erster Linie um mehr innerbetriebliche Verantwortung. Maßnahmen wie die Offenlegung der Einkommensverhältnisse zwischen Männern und Frauen würden dazu dienen, ein verstärktes Bewusstsein für dieses Thema zu schaffen. Auch müsse es größere Anstrengungen geben, sämtliche Fälle von offensichtlichen Einkommensbenachteiligungen zu nennen und zu beseitigen.

Ein weiteres Alarmsignal sei, dass mittlerweile vier von zehn Frauen Teilzeit arbeiten, so die SPÖ-Frauen. Laut einer Studie der Europäischen Kommission "Beschäftigung in Europa" 2005 wollen aber nur 16 Prozent der Frauen in Österreich tatsächlich keinen Vollzeitjob. Die Mehrheit der Frauen ist wegen fehlender Rahmenbedingungen wie Kinderbetreuung auf eine Teilzeitregelung angewiesen.

Elternzeit

Zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie fordern die SPÖ-Frauen auch ein modernes Modell der Elternzeitautonomie in den Betrieben. Eltern mit Kindern unter zehn Jahren sollen durch flexible Arbeitsteilung die Möglichkeit zu gemeinsamer, ausgewogener Kinderbetreuung bekommen. Prammer betonte abschließend einmal mehr die wichtigsten Punkte, bei denen die SPÖ–Frauen ansetzen wollen: Existenzsicherndes Einkommen, Vollzeitarbeitsplätze, eine Qualifizierungsoffensive im Form einen Frauenbeschäftigungsfonds, der mit 100 Millionen Euro dotiert sein soll, und ausreichend Kinderbetreuungsplätze.

Kindergeld

"Ein erster Schritt in Richtung guten Wiedereinstiegs ist das Überdenken des Kindergeldes", zeigte sich Heinisch-Hosek überzeugt. Sie verwies abschließend auf Aussagen von Sozialministerin Haubner, die sich für die Aufhebung der Zuverdienstgrenze ausspricht. "Wenn Haubner jetzt schon selbst draufkommt, dann sollte auch endlich etwas geschehen", so Heinisch-Hosek, die auf das SPÖ-Modell "Kindergeld plus" verwies. (red)

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    foto: sp-lehmann
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