Moskau im November

17. Mai 2006, 10:00
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Eine trübe Sache zu dieser Jahreszeit, was weniger an der Stadt sondern vielmehr am nebelig-feucht-kalten Wetter liegt

Eigentlich ein „Wetter zum Liegenbleiben“ wie man so sagt – wir wollen aber was sehen und stehen auf. Das deftig-russische Frühstück gibt’s im 21. Stock des Hotels und tatsächlich lassen sich die Gebäude innerhalb der 500 Meter entfernten Kremlmauer im Nebel noch ausmachen, ein guter, wenn auch kein sehr ernährungsbewusster Start in den Tag. Wir marschieren los und verschaffen uns einen ersten Eindruck von Moskau: Der reichlich vorhandene Platz wurde genutzt um prächtige aber auch sehr wuchtige Gebäude zu bauen, die durch ebenso großzügig angelegte Straßen voneinander getrennt sind. Zehn Spuren sind keine Seltenheit – mangels Rücksichtnahme auf Fußgänger ist jedenfalls auch Vorsicht beim Queren selbiger anzuraten.

Wir machen während der drei Tage in Moskau natürlich alles, was man dort von Touristen erwartet – unter anderem einen Besuch im Kaufhaus GUM (nobel und hübsch aber mangels kaufkräftiger Kundschaft recht leer) sowie im Kreml (eine Stadt in der Stadt) und im Neujungfrauenkloster (ein Dorf in der Stadt) – gehen aber auch viel spazieren und schauen was es so gibt. Eine Skisprungschanze in der Nähe der Universität zum Beispiel, viele Ladas (als ehemalige Lada-Fahrer ein geradezu wehmütiger Anblick für uns) und, wie auch im Hotel, reichlich Wachpersonal in jedem Geschäft.

Was Restaurants, Kaffeehäuser und sonstige Stätten betrifft, die man eventuell unter dem Begriff „Lokalszene“ zusammenfassen könnte, lässt Moskau nichts an Vielfältigkeit zu wünschen übrig – wir entdecken aber auch das russische Äquivalent des „Würstelstandes“ – die „Piroggen-Stände“, an denen Teigtäschchen mit kalter oder heißer Füllung, süß oder pikant verkauft werden – jedenfalls eine Kostprobe wert!

Nach drei Tagen Moskau sind wir ziemlich sicher, dass wir wieder einmal hier herkommen werden – es hat uns gefallen! Im Moment geht’s aber weiter – wir fahren zum Jaroslawler Bahnhof um die nächsten vier Tage im Zug Richtung Sibirien zu verbringen. (David Bichler)

  • Das Außenministerium – eines der sogenannten Zuckerbäckerbauten aus der stalinistischen Ära
    foto: david bichler

    Das Außenministerium – eines der sogenannten Zuckerbäckerbauten aus der stalinistischen Ära

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