Relaunch von kurier.at: "Offene Foren nur noch temporär "

4. Juli 2006, 11:16
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Diethold Schaar, Leiter des Online Kurier, über UserInnen-Reaktionen, Vernüpfung Print/Online und die weiteren Pläne

etat.at: Mit Anfang Mai ging kurier.at runderneuert online. Was soll der Relaunch den UserInnen bringen?

Schaar: Noch mehr Aktualität und Hintergrund, einfachere Benutzbarkeit, neue Services (ePaper, Kurier Mobil, Weblogs), konvergente Strukturen im Verlag mit Schnittstellen zum Print-Redaktionssystem und zur Aboverwaltung, eine Marke in drei Kanälen mit klarer Produktdifferenzierung - Kuier Print, Kurier Online, Kurier Mobil.

etat.at: Im Forum zum "neuen" Online Kurier wird vor allem die mangelnde Übersichtlichkeit kritisiert, wie sind die weiteren Reaktionen?

Schaar: Wie bei jedem großen Relaunch gibt es positive und negative Reaktionen. Wir haben kräftig umgestellt und damit manche User irritiert; wir haben aber auch sehr viel Lob und Anerkennung bekommen.

Die Optik ist bei Internet-Anwendung eine Angelegenheit, wesentlich wichtiger ist aber die Usability und die Qualität des Contents. Um es mit Niki Lauda zu sagen: das Gesamtpaket ist entscheidend. Und da zeigen uns die Userzahlen, dass wir richtig liegen.

etat.at: Welche Änderungen sind noch geplant?

Schaar: Das ePaper wird noch verbessert, das Kinoprogramm und der Veranstaltungskalender sind noch nicht im neuen Layout und die Spiele sind auch noch nicht integriert.

etat.at: Zu den Foren/UserInnenmeinung: Was hat sich hier geändert, wie sind hier die Spielregeln?

Schaar: Wir haben eine Registrierung eingeführt. Wer bei uns mitreden will, muss registrierter User sein. Offene Foren wird es nur noch temporär zu Einzelanlässen geben.

etat.at: Im März weist die ÖWA für Kurier Online rund 900.000 Unique Clients und rund 163.000.000 Page Impression aus. Mit welcher Steigerung rechnen Sie hier innerhalb eines Jahres?

Schaar: Ich rechne bei den Unique Clients mit einer moderaten Steigerung und bei den Page Impressions mit einer Reduktion auf die Hälfte oder noch weniger, da wir den Spiele-Bereich stark reduzieren werden.

etat.at: Mehrere Verlagshäuser arbeiten derzeit an Plänen, Print- und Onlineredaktionen stärker zu verknüpfen und richten einen gemeinsamen Newsroom ein. Welche Pläne gibt es diesbezüglich beim Kurier/Kurier Online?

Schaar: In den Bereichen Marketing, Leserservice und Abo arbeiten wir schon jetzt sehr eng zusammen, indem Print- und Online-Agenden gemeinsam betreut oder umgesetzt werden. In der Redaktion wird es eine verstärkte Abstimmung der Inhalte geben. Ein gemeinsamer Newsroom ist derzeit nicht angedacht.

etat.at: Mediaplaner wünschen sich neben quantitativen Kennzahlen auch die Verknüpfung mit qualitativen UserInnendaten (Stichwort: deutsches AGOF-Modell). Wie steht Kurier Online zu einer möglichen Etablierung eines solchen Modells in Österreich?

Schaar: Aus der Sicht von Kurier Online ist das Modell zu unterstützen. Allerdings sind die Kosten dafür beträchtlich und es wird in Österreich einer großen Kraftanstrengung bedürfen um etwas Vergleichbares auf die Beine zu stellen. (ae)

Zur Person

Diethold Schaar ist Projektleiter des Kurier Online. Anfang Mai ging kurier.at runderneuert online.

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    foto: kurier.at
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