Gewichtszunahme durch Hormon-Therapie

25. Oktober 2006, 13:42
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Die Krebshilfe-Gruppe "Durch Dick und Dünn" unterstützt Betroffene - Jetzt auch im Internet

Graz - "Durch Dick und Dünn" nennt sich eine Gewichtskontrollgruppe, die am Dienstag von der Krebshilfe Steiermark präsentiert wurde. Eine Anti-Hormon-Brustkrebstherapie führt bei den meisten Frauen zu einer Gewichtszunahme: "Diese kann Dutzende Kilos betragen", weiß Krebshilfe-Landesgeschäftsführer Christian Scherer. Das führe zu einer zusätzlichen Belastung der Betroffen.

Wie in den Wechseljahren

Einige Krebsformen, wie Brust-, Gebärmutter- und Prostatakrebs, werden erfolgreich durch eine gezielte Ausschaltung der Geschlechtshormonwirkungen bekämpft. Durch die damit ausgelöste veränderte Stoffwechselsituation gerät der Körper aber aus dem Gleichgewicht. So führe eine solche Therapie dazu, dass sich vor allem jüngere Frauen schlagartig in den Wechseljahren wiederfinden und mit Folgen wie Gewichtszunahme zu kämpfen haben, so Scherer.

Gewichtskontrollgruppe

In den vergangenen Jahren hätten immer mehr Frauen, die unter einer Anti-Hormon-Krebstherapie stark zunehmen, Unterstützung bei der Ernährungsberatung der Krebshilfe gesucht, erklärte der Landesgeschäftsführer. Um von Brustkrebs betroffene Frauen im Rahmen einer Gruppe zum Durchhalten zu motivieren, initiierte die Leiterin der Ernährungsberatung, Diätologin Claudia Petru, bereits 2005 die Gewichtskontrollgruppe "Durch Dick und Dünn".

Schulungen

Motivation sei wichtig, da bei Frauen in einer solchen Antihormon-Stoffwechsellage trotz strenger Kalorieneinschränkung eine messbare Gewichtsabnahme erst nach rund neun Wochen eintrete, erklärte Scherer. Eine "normale" Diät würde dabei wenig ausrichten. In der Gruppe sollen die Betroffenen nun ernährungsmedizinisch geschult und psychologisch betreut werden sowie eine regelmäßige Gewichtskontrolle durchgeführt werden. In wöchentlichen bis einmonatigen Treffen könnten persönliche Probleme oder Rückfälle offen angesprochen und Erfahrungen ausgetauscht werden.

"Nach einem Jahr sollten die Frauen im Stande sein, ihr Leben ohne Gruppe weiterzuführen", so Scherer. Bei Bedarf stünde aber weiterhin die Ernährungsberatung der Krebshilfe zur Verfügung. So sollen die Betroffenen ihre persönlichen Ressourcen trotz ihrer Krebserkrankung wieder entdecken. (APA)

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    Brustkrebszelle
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