Kein Winter der Superlative für Touristiker im Salzburger Land

9. Mai 2006, 20:04
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Hoteliers und Fremdenverkehrsverbände ziehen eine erste Bilanz der vergangenen Wintersaison 2005/2006

Der vergangene Winter in Österreich war ein Winter der Superlative, aber nicht in allen Bereichen, wie sich nach Vorliegen der ersten Nächtigungszahlen einiger Wintersportregionen im Salzburger Land zeigt. Trotz – oder gerade wegen – der überdurchschnittlich guten und langen Schneelage kann der im Vorjahr erzielte Nächtigungsrekord voraussichtlich nicht erreicht werden. Sah es zu Beginn der Saison noch nach einem absoluten Rekord aus, musste der Optimismus der Touristiker bereits im März diesen Jahres einen empfindlichen Dämpfer hinnehmen. Die Buchungen im März lagen deutlich hinter den Zahlen des Vergleichszeitraumes vom Vorjahr. Ein Grund dafür liegt in der heuer extrem langen Wintersaison. Hoteliersfrau Barbara Madreiter aus Leogang:"Wir hätten Ende März zusperren können, die Leute konnten keinen Schnee mehr sehen." Die Einnahmen aus der Osterwoche und hohe Personalkosten für das Offenhalten des Hotelbetriebes, so Madreiter, hielten sich die Waage. Ein weiterer Grund für den hinter den Erwartungen zurückliegenden Saisonausklang war die europaweit sehr gute Schneelage. Touristen, die normalerweise ihren Winterurlaub in Salzburg verbracht hätten, konnten vergangenen Winter vor der eigenen Haustüre dem Wintersport nachgehen.

Dem hinter den Erwartungen liegenden Märzergebnis steht ein im Vergleich zum Vorjahr etwas besseres Aprilergebnis gegenüber. Die Buchungen der Osterwoche Mitte April waren zufrieden stellend. So rechnen beispielsweise die Touristikexperten der Region Saalfelden-Leogang damit, nach Vorliegen der endgültigen Zahlen das Rekordergebnis vom Vorjahr zu erreichen oder sogar leicht zu übertreffen.

Ähnliche Ergebnisse zeigen sich beim Nachbarn Saalbach Hinterglemm. Von November 2005 bis einschliesslich März 2006 wurden in der Region insgesamt 1.392.570 Nächtigungen gezählt. Das sind 5.705 Übernachtungen weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Leichte Verschiebungen bei Nationalitäten

Nach Auskunft des Saalbacher Touristikverbandes führt im Ranking der Nationalitäten nach wie vor Deutschland, gefolgt von Österreich und den Niederlanden. Im Vergleich zum Winter 2004/2005 besuchten im vergangenen Winter neun Prozent weniger deutsche und zwei Prozent weniger österreichische Touristen die Schiregion Saalbach-Hinterglemm. Wenig verändert hat sich an den Besucherzahlen der russischen Urlauber, mit rund 19.000 Übernachtungen. Damit stehen Touristen aus Russland an der achten Stelle im Nationenranking. Überdurchschnittlich gut entwickelt haben sich die Übernachtungen aus Dänemark (+30%), Belgien (+35%) und Irland (+70%). Die Nächtigungen südafrikanischer Wintertouristen konnten sogar von 6.000 auf über 12.000 mehr als verdoppelt werden. Prozentuell gesehen liegt Indien mit einer Steigerung von +700% an einsamer Spitze, was sich jedoch in absoluten Zahlen betrachtet (von vier Übernachtungen in 2004/2005 auf 28 Nächtigungen in 2005/2006) etwas relativiert.

Low Cost Airlines bringen neues Klientel

Die Billigfluglinien HLX, Ryan Air und Air Lingus bringen der Region zusätzliche Impulse, was sich im erfreulichen Plus an Besuchern aus Dänemark, Belgien und Irland niederschlägt. Der aus allen Nähten platzende Flughafen Salzburg W.A. Mozart hat seine Führung als größter Bundesländerflughafen noch weiter ausgebaut. In der Wintersaison landen jeden Samstag über 100 Flugzeuge und bringen Schifahrer in die Alpentäler. (bab)

  • Verdiente Verschnaufpause der Salzburger Hoteliers nach einer langen Wintersaison
    agentur/madreiter

    Verdiente Verschnaufpause der Salzburger Hoteliers nach einer langen Wintersaison

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