Ausstellung: Das Darunter im Wandel der Zeit

1. Juni 2006, 14:43
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Die Entwicklung der Frauenunterwäsche wird im Salzburger Haus der Stadtgeschichte gezeigt - Bis 8. Juli

Salzburg - Die Stellung der Frau in der Gesellschaft ändert sich ebenso wie ihre Unterwäsche. Diese Erfahrung können BesucherInnen ab 11. Mai 2006 im Haus der Stadtgeschichte in Salzburg machen. Die vom Salzburger Frauenbüro veranstaltete Ausstellung widmet sich der Veränderung der Frauenunterwäsche über die Jahrhunderte hinweg und durchleuchtet dabei auch den Wandel der weiblichen Rollenbilder.

"Die Ausstellung ist nichts für Voyeure, wir wollen vielmehr die Geschichte der Frau widerspiegeln", meinte am Dienstag Salzburgs Bürgermeister Heinz Schaden (S) bei einer Pressekonferenz.

Chronologischer Rundgang

Sabine Veits-Falk, Historikerin im Stadtarchiv, gelang es, 120 Leihgaben vom Frauenmuseum Meran zu erhalten, außerdem stellten Salzburger Frauen private Kleidungsstücke zur Verfügung. Die Ausstellung bietet einen chronologischen Rundgang - so sind Korsetts aus dem späten 19. Jahrhundert zu sehen, welche die Frauen regelrecht einschnürten.

"Zur damaligen Zeit galt eine Wespentaille als Schönheitsideal - Kaiserin Sisi brachte es auf einen Taillenumfang von 35 Zentimeter! Aber bereits bei 45 Zentimetern wurden die inneren Organe nach oben gedrückt, schwere Schäden waren die Folge", erzählte Sabine Veits-Falk. Weniger unbequem dürften die ausgestellten Büstenhalter aus den 20er Jahren gewesen sein, ebenso wie die handgestrickten Woll-Unterhosen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Doch auch die jüngere Vergangenheit kommt in der Ausstellung nicht zu kurz: der Einsatz von Nylon und Perlon machte Unterwäsche elastischer, und immer knappere Formen galten über die einzelnen Jahrzehnte hinweg als modern.

Unterhose vormals Männern vorbehalten

Als besonderes Kleidungsstück erweist sich in der Ausstellung die Unterhose. "Viele Leute wissen gar nicht, dass Frauen bis ins 19. Jahrhundert hinein überhaupt keine Unterhosen trugen, da dieses Kleidungsstück den Männern vorbehalten war", erwähnte Sabine Veits-Falk. Das so genannte Beinkleid für die Frauen startete also recht spät seinen Siegeszug. Einen Siegeszug, den die Gynäkologin Maria Haidinger nicht uneingeschränkt gutheißt. Die aktuellen Modetrends in der Unterwäsche würden nämlich immer häufiger zu gesundheitlichen Beschwerden bei Frauen führen. So könne das ständige Tragen von Stringtangas zu Infektionen führen. "Vom gynäkologischen Standpunkt aus ist es absolut in Ordnung, so oft wie möglich auf die Unterhose zu verzichten", meinte Haidinger.

Für die Frauenbeauftragte der Stadt Salzburg, Dagmar Stranzinger, ist es wichtig, dass in der Ausstellung nicht der moralische Zeigefinger erhoben wird. Wichtig sei nach wie vor, dass sich jede Frau in ihrer Unterwäsche wohl fühle. "Kritisch wird es erst, wenn sie bemerkt, dass sie sich einem gesellschaftlichen Druck beugt." (APA)

Link

Stadt Salzburg
Ausstellungsdauer:
11. Mai bis 8. Juli
Öffnungszeiten:
Mo: 8.00-17.30
Di: 8.00-15.30 Uhr
Mi.-Fr. 8.00-12.00 Uhr
Haus der Stadtgeschichte
Glockengasse 8
5020 Salzburg
  • Artikelbild
    foto: stadt salzburg website
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