Habakuk, Promis und Ich-AG-Unterzeichner

13. Juni 2006, 21:25
14 Postings

ÖGB-neu-Liste: Viele Atypische für Reform

Wien - "Hubert Habakuk", seines Zeichens "Zeichensetzer" von Beruf, ist wohl bei der virtuellen Gesichtskontrolle am Portal der Homepage zeichensetzen.at ebenso durchgerutscht wie "Adalbert Stifterl", der in der Spalte "Beruf/Funktion" "vom ÖGB gekündigt" schrieb. Nicht überraschend haben sich auf der Homepage jener Gewerkschafter, die "zornig und entsetzt" über die Vorgänge im ÖGB und in der Bawag sind, auch ein paar Scherzbolde verirrt.

Die Palette der ernsthaften Unterzeichner reicht vom Kellner bis zur Lehrerin, von der Ethnologin bis zum Uniprofessor, vom Hausmeister und Krankführer bis zum Piloten und zur Juristin. Ein Shiatsu-Praktiker will ebenso wie ein Lokführer ein Zeichen setzen, das "beweist, dass die notwendige politische und moralische Erneuerung in der Führung der Gewerkschaftsbewegung begonnen hat".

Viele andere Einträge können die reformorientierten ÖGB-Funktionäre als sachdienliche Hinweise für ihre Umbauarbeiten in der Gewerkschaft lesen: Es sind Personengruppen, die derzeit vom ÖGB nicht vertreten werden: mit "Haushalt/Kinderbetreuung" Befasste, ein "geringfügig beschäftigter Student", Schüler stehen neben Arbeitslosen und Pensionierten, "neue Selbstständige" fordern ebenso einen ÖGB-neu wie "Schein-Selbstständige". Einer der Unterzeichner beschreibt sich als "IT-Ich AG, die dem ÖGB beitreten würde, wenn sich so einiges änderte".

Ein paar Promis finden sich natürlich auch, etwa Karl Öllinger (Nationalratsabgeordneter der Grünen), Ernest Kaltenegger (steirischer KPÖ-Landtagsmandatar), Gleichbehandlungsanwältin Ingrid Nikolay-Leitner und Regionalökonom Peter Kreisky von der Arbeiterkammer Wien. (nim/DER STANDARD, Printausgabe, 9.5.2006)

Share if you care.