Warnstreiks bei deutscher Telekom

27. Juni 2006, 15:24
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Rund 6000 Mitarbeiter legten bundesweit an 50 Standorten stundenweise ihre Arbeit nieder - Gewerkschaft will sechs Prozent mehr Lohn

Berlin/Frankfurt – Nach den deutschen Metallern und den Kommunalbediensteten sind nun auch die Beschäftigten der deutschen Telekom (245.000 Mitarbeiter weltweit) in einen Warnstreik getreten. Rund 6000 Mitarbeiter haben am Montag bundesweit an 50 Standorten stundenweise ihre Arbeit niedergelegt. In dieser Woche sind noch weitere Aktionen geplant. Damit will die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi den Druck auf die laufenden Gehaltsverhandlungen für 110.000 Mitarbeiter in Deutschland erhöhen.

"Horrorkatalog"

Drei Mal sind sich Arbeitgeber und -nehmer schon gegenüber gesessen und haben sich nicht einigen können. Verdi fordert sechs Prozent mehr Lohn, die Telekom hat bislang noch kein konkretes Angebot auf den Tisch gelegt. Verdi beklagt einen "Horrorkatalog" der Telekom, der angeblich bis zu 30 Prozent Lohnkürzungen vorsieht. "Die Aktionäre bekommen immer mehr Geld hinterhergeworfen, während für die Beschäftigten angeblich nichts übrig ist", kritisiert Verdi-Verhandlungsführer Lothar Schröder.

An anderer Front streikt Verdi seit mittlerweile drei Monaten: Immer noch wehren sich die Landesbediensteten gegen das Vorhaben der Tarifgemeinschaft der Länder (TdL), die wöchentliche Arbeitszeit ohne Lohnausgleich von 38,5 auf 40 Stunden zu erhöhen. Am 18. Mai wird wieder verhandelt. (bau, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 9.5.2006)

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