Bio-Kette kommt nach Österreich

31. Mai 2006, 12:32
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Deutsche Basic AG plant rund zehn Supermärkte in Ballungszentren - Erster Standort entsteht in Wien Meidling im Frühsommer 2007

Wien – Die größte deutsche Supermarktkette für biologische Lebensmittel, Basic AG, steigt nun auch in Österreich in großem Stil ein. Bis 2007 sind rund zehn innerstädtische Supermärkte geplant; der erste wird im Frühsommer über der Haltestelle U4 in Meidling eröffnet, bestätigt Basic-Sprecherin Sylvia Raabe.

Während sich Zulieferanten – etwa Bauern für Frischfleisch, Milch und Gemüse – eine neue Absatzschiene eröffnet, ist der kleinteilige österreichische Bio-Lebensmittel-Handel wenig erfreut. Die Basic AG, die in Deutschland über 15 Filialen verfügt, sieht sich nämlich als Preisdrücker und Komplettversorger. Im Gegensatz zum angestammten Bio-Lebensmittel-Handel in Österreich verfügt das Unternehmen über eine moderne Logistik mit breitem Sortiment im Rücken. Die Filialen haben mit durchschnittlich 800 m² Supermarktcharakter.

Im Jahr 2005 setzte die Basic AG in Deutschland mit 500 Mitarbeitern rund 53 Mio. Euro um. Die Basic AG gehört je zur Hälfte den vier Gründern sowie Unternehmen aus der Bio-Branche.

Die Nachfrage nach Bio-Produkten ist in Österreich stark steigend. Im Vorjahr kletterte das Umsatzvolumen um rund 100 Millionen Euro auf 500 Mio. Euro und erreichte damit fünf Prozent des Lebensmittelhandels insgesamt. Bei den 500 Millionen schneiden in Österreich die Lebensmittelketten Billa, Spar und Hofer mit ihren eigenen Bio-Marken kräftig mit. Der Obmann der Plattform Bio Austria, Johannes Tomic, schätzt, dass rund zwei Drittel auf das Konto der Ketten gehen, der Rest wird im Fachhandel und auf Märkten abgesetzt.

Zu wenig Bio-Bauern

Diese gestiegene Nachfrage hat es mit sich gebracht, dass die knapp 20.000 biologischen Landwirtschaften an die Grenzen ihrer Produktionskapazitäten stoßen. Schon bisher musste der Handel verstärkt auf Importware zurückgreifen. Nur jeder zweite Bio-Apfel, der 2005 in Österreich verkauft wurde, ist auch hier he^rangereift. Engpässe gab es auch bei Fleisch, wo es 2005 beim Bio-Jungrind Produktions- und Vermarktungssteigerungen von elf Prozent gab. Tomic: "Wir brauchen mehr Bio-Bauern."

Diese Situation wird die Basic AG nicht entspannen. Laut Raabe hat das Unternehmen begonnen, heimische Zulieferer für das Frischsortiment zu listen. (Johanna Ruzicka, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 9.5.2006)

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Basic AG
  • Zu jedem Basic-Markt gehört ein begehbares Kühlhaus für wärmeempfindlices Bio-Obst und Gemüse.
    foto: basic

    Zu jedem Basic-Markt gehört ein begehbares Kühlhaus für wärmeempfindlices Bio-Obst und Gemüse.

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