Manager über neues Unternehmensstrafrechts schlecht informiert

1. Juni 2006, 16:54
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Umfrage zeigt hohe Zustimmung, aber fehlende Information

Wien - Seit Jahresbeginn ist das neue Verbandsverantwortlichkeitsgesetz (VbVG) Kraft, wonach Unternehmen selbst für strafbare Handlungen ihrer Organe und Mitarbeiter belangt werden können. Manager begrüßen grundsätzlich die Ziele dieses "Unternehmensstrafrechts", zugleich räumen sie mehrheitlich ein, nur geringe Informationen über das neue Gesetz zu haben.

Laut einer vom Managementclub durchgeführten "Blitzbefragung" österreichischer Manager schätzen 60 Prozent der Befragten ihren Informationsstand über das Unternehmensstrafrecht selbst als "gering" ein, 32 Prozent fühlen sich "mittelmäßig" informiert. Nur 8 Prozent der Manager wissen darüber nach Eigeneinschätzung "sehr gut" Bescheid. 48 Prozent meinen, dass das neue VbVG die Grundhaltung in den Unternehmen verbessern wird, für 29 Prozent setzt das Gesetz eine "dringend erforderliche Bewusstseinsbildung" in Gang.

Die Möglichkeit, mit Präventivmaßnahmen die strafrechtlichen Konsequenzen als Folge von strafbaren Verhalten von Mitarbeitern zu vermeiden, wird auch Monate nach Einführung des neuen Gesetzes nur selten wahrgenommen. Denn 69 Prozent der Manager sehen in ihrem Unternehmen keine derartigen Informationen oder Vorkehrungen. Nur vier Prozent geben an, dass es konkrete Dienstanweisungen für alle Mitarbeiter gibt. (APA)

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