Litauen besteht trotz hoher Inflation auf Euro 2007

1. Juni 2006, 16:54
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Zwischen Litauen und der EU bahnt sich ein schwerer Konflikt um die von Vilnius angepeilte Euro-Einführung Anfang 2007 an

Vilnius/Brüssel - Litauen besteht trotz der ausufernden Inflation auf den Beitrittstermin zur Europäischen Währungsunion 2007. Ein Sprecher des Finanzministeriums sagte am Montag, es bestehe kein Anlass, die Vorbereitungen für die ab 1. Jänner 2007 geplante Euro-Einführung in Litauen zu unterbrechen.

Er reagierte damit auf die kräftige Anhebung der Inflationsprognose durch die EU-Kommission. Die Brüsseler Behörde erwartet nach eigenen Angaben vom Montag 2006 eine Inflationsrate von 3,5 Prozent; die bisherige Prognose hatte 2,8 Prozent gelautet. EU-Diplomaten zufolge hat das baltische Land damit alle Chancen verloren, doch noch eine Empfehlung zum Euro-Beitritt im kommenden Jahr zu bekommen.

Bewertung nächste Woche

Die EU-Kommission und die Europäische Zentralbank (EZB) wollen in der kommenden Woche in Konvergenzberichten die Beitrittsgesuche Litauens und Sloweniens bewerten. Anders als Litauen gilt Slowenien aus aussichtsreicher Kandidat, im kommenden Jahr 13. Mitgliedsland der Währungsunion zu werden. Estland hatte wegen ebenfalls großer Probleme mit ausufernder Teuerung Ende April freiwillig seine Euro-Pläne aufgeschoben und peilt nun die Einführung der Gemeinschaftswährung Anfang 2008 an.

Neben den beiden Schuldenkriterien - maximal 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts an Gesamtschulden sowie höchstens drei Prozent Neuverschuldung - kommt es nach den EU-Verträgen für den Euro-Beitritt unter anderem auf eine niedrige Preissteigerungsrate an: Der Kandidat darf bei der Inflationsrate im Jahr vor der Überprüfung allenfalls 1,5 Prozentpunkte über dem Durchschnitt der besten Drei in der gesamten Union liegen. (APA/dpa)

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