Linzer Musiktheater: Nur 17 Prozent laut Umfrage dagegen

16. Mai 2006, 12:45
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Überraschend große Zustimmung: 68 Prozent zumindest "eher" für Bau - Nach erstem positivem feedback verdoppelte Pühringer Anzahl der Interviewpartner

Linz - Für den geplanten Bau eines Musiktheaters in Linz gibt es eine hohe Zustimmung bei den Oberösterreichern. 68 Prozent sprachen sich zumindest "eher" für den Bau eines Musiktheaters aus, 17 Prozent dagegen. Dieses Ergebnis einer Umfrage veröffentlichte der oberösterreichische Landeshauptmann Josef Pühringer (V) als Kulturreferent der Landesregierung in einer Pressekonferenz am Montag in Linz. Sogar er als Befürworter des Projektes habe mit dem derart hohen Zuspruch "nicht gerechnet", wie er betonte.

Nach erstem positivem feedback ließ Pühringer Anzahl der Interviewpartner erhöhen

Pühringer hatte das Linz Marktforschungsinstitut "market" beauftragt, ab dem 26. April 500 für die oberösterreichische Bevölkerung ab 18 Jahren ausgewählte Personen zum Musiktheater telefonisch zu interviewen. Weil die Zustimmung überraschend groß war, ließ er die Zahl der Befragten um 500 erhöhen. 14 Prozent war das Thema egal. Ein Prozent machte keine Angaben. Überdurchschnittlich hoch war die Zustimmung bei Personen mit höherer Bildung oder in höheren beruflichen Positionen sowie in Linz.

"Das Thema lässt niemand kalt"

Dass 83 Prozent der Befragten wussten, das Theater solle am Standort Blumau gebaut werden, kommentierte der Leiter des market-Institutes David Pfarrhofer mit: "Das Thema lässt niemand kalt". 62 Prozent bewerteten die Jury-Entscheidung für das Projekt des britischen Architekten Terry Pawson sowie es am Standort Blumau zu errichten als positiv. Die Jury-Begründung, das ausgewählte Projekt sei das "wirtschaftlichste und städtebaulich harmonischte", wurde von 73 Prozent unterstützt. 84 Prozent erwarten sich eine Verbesserung des Komforts für die Besucher, etwa ebenso viele eine Aufwertung des Standortes sowie des Images von Linz und Oberösterreich. 88 Prozent ist die Wirtschaftlichkeit wichtig, je 82 Prozent die gute Architektur und die städtebauliche Belebung.

"Überraschend eindeutiges" Ergebnis

Pfarrhofer fasste zusammen, aus der Sicht der Marktforschung sei das Ergebnis "überraschend eindeutig". Den Verdacht, die Fragen sei derart formuliert worden, damit ein gewünschtes Ergebnis erzielt werde, wies er zurück. Pühringer stellte fest, dass er nicht mit einer derart hohen Zustimmung gerechnet habe. Sie sei für ihn nur damit erklärbar, dass unter anderem das Vorhaben nach der Entscheidung für den Standort und ein konkretes Projekt nicht mehr "nebulos" sei. Die Bevölkerung könne sich nun damit identifizieren. Dennoch werde man sich nicht zurücklehnen, sondern weiter ausführlich über die Entwicklung bei diesem Projekt informieren.

Der FPÖ-Klubobmann im Landtag Günther Steinkellner - seine Partei tritt gegen den Bau und für einen Ausbau am bisherigen Landestheaterstandort ein - kritisierte anschließend in einer Presseaussendung, auch wenn der Landeshauptmann mit seinen Regierungspartnern Grüne und SP es "noch so gern wegreden möchte": Das Ergebnis der von der FPÖ initiierten Volksbefragung im Jahr 2000, dass 60 Prozent der Oberösterreicher keine neue Oper wollten, könne durch eine Telefonumfrage nicht ersetzt werden. (APA)

  • Das Siegerprojekt im internationalen Architektenwettbewerb für ein neues Musiktheater: Projekt "Theater am Park" von Architekt Terry Pawson aus London.
    foto: landespresse / kraml

    Das Siegerprojekt im internationalen Architektenwettbewerb für ein neues Musiktheater: Projekt "Theater am Park" von Architekt Terry Pawson aus London.

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