Verbund dockt an OMV an

1. Juni 2006, 19:52
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Österreichs größter Stromerzeuger führt Gespräche mit der OMV, Ziel ist eine Allianz

Wien - Der börsenotierte Verbund ist Österreichs größter Stromerzeuger mit Schwerpunkt Wasserkraft, auf die rund 85 Prozent der gesamten Stromproduktion des Unternehmens entfallen. Zusätzlich ist die Österreichische Elektrizitätswirtschafts AG ("Verbund") auch im Stromhandel aktiv, mehr als 50 Prozent des Stroms werden bereits im Ausland verkauft. Beteiligungen hält der Verbund in Italien und Frankreich, in Osteuropa ist er bisher wenig aktiv. In Österreich ist der zu 51 Prozent im Besitz der Republik Österreich stehende Verbund zudem für das Hochspannungsnetz zuständig. Nun werden Gespräche über eine Allianz mit dem Öl- und Gaskonzern OMV geführt, an dem die Staatsholding ÖIAG 31,5 hält.

Aktie im Höhenrausch

Die Marktkapitalisierung des Verbund liegt bei rund 12,6 Milliarden Euro. Der Kurs der Verbund-Aktie an der Wiener Börse hat sei Jahresbeginn um rund 38 Prozent zugelegt, innerhalb Jahresfrist seit Anfang Mai des Vorjahres sogar um rund 113 Prozent.

Haupteigentümer der Verbundgesellschaft ist die Republik Österreich mit 51 Prozent. 12,5 Prozent hält der ebenfalls börsenotierte niederösterreichische Versorger EVN. Die Wiener Stadtwerke sind mit rund zwölf Prozent beteiligt und die Tiroler Tiwag mit 7,2 Prozent. Der Rest ist Streubesitz.

Der Umsatz des Verbund belief sich 2005 auf 2,5 Milliarden Euro, ein Plus von 24 Prozent gegenüber 2004. Das operative Ergebnis betrug 526,5 Millionen Euro (plus 36,6 Prozent) und das Konzernergebnis 349,3 Millionen Euro (plus 48,3 Prozent). Beschäftigt waren rund 2.400 Mitarbeiter.

Erzeugt wurden vom Verbund im Vorjahr 29.000 GWh Strom, davon entfielen rund 24.800 GWh auf die Wasserkraft. In den thermischen Kraftwerken wurden rund 4.200 GWh Strom erzeugt.

Endverhandlungen zur ÖSL

Innerhalb der österreichischen Strombranche ist der Verbund mit der EnergieAllianz (EVN, Wien Energie, Bewag und Begas) in den Endverhandlungen über die Österreichische Stromlösung (ÖSL). Diese sieht eine Kooperation der Unternehmen im Großkundengeschäft sowie im Stromhandel vor, wobei der Verbund zunächst 25 Prozent an der gemeinsamen Großkundentochter und in weiterer Folge 33 Prozent halten soll und die restlichen Anteile die EnergieAllianz. An der gemeinsamen Stromhandelstochter ist zunächst eine Beteiligung von 25 Prozent für die EnergieAllianz vorgesehen, die auf 33 Prozent erhöht werden soll.

In Österreich ist der Verbund außerdem noch mit 35,12 Prozent an der Kärntner Kelag sowie mit 49 Prozent am Energiegeschäft der Klagenfurter Stadtwerke beteiligt. In der Steiermark hält der Verbund 34,6 Prozent an der Steweag-Steg, Für den Erwerb der Sperrminorität an der mittlerweile aus der EnergieAllianz ausgeschiedenen Energie AG Oberösterreich (EAG) hat der Aufsichtsrat grünes Licht gegeben. In Italien hält der Verbund 38 Prozent an der Energia und in Frankreich 25 Prozent an Poweo.

In den Bau von Kraftwerken und Leitungen will der Verbund in den kommenden Jahren rund 1,5 bis zwei Milliarden Euro investieren, in das Hochspannungsnetz sollen weitere rund 400 Millionen Euro fließen. (APA)

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