Investment in Palladium

12. Juni 2006, 14:23
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Ein von Rohstoffinvestoren noch relativ unbeachtetes Edelmetall könnte schon bald einen Nachfrage-Boom erleben, so Rohstoff-Experte Kernstock

Wien - Ein von Rohstoffinvestoren noch relativ unbeachtetes Edelmetall könnte schon bald einen Nachfrage-Boom erleben. Der Wiener Rohstoff-Experte Friedrich Kernstock, Chef von Kernco Metal Trading, sieht in Palladium das Investitionsprodukt der Zukunft. Im Gegensatz zu Gold, Silber und Platin gebe es für Palladium kaum Investmentnachfrage, das Kurspotenzial sei aber vergleichsweise viel größer. "Investitionen in Palladium sind ein cleverer Schachzug", sagte Kernstock am Montag bei einer Pressekonferenz in Wien.

Der Preis für Palladium hat sich innerhalb eines Jahre auf 385 Dollar mehr als verdoppelt. Dennoch werde es von Anlegern kaum wahrgenommen, so Kernstock. Auf Grund des immer größer werdenden Volumens an "vagabundierendem Kapital", dem eine relativ geringe Menge an Vermögensprodukten gegenüber steht, und dem wirtschaftlichen Aufschwung in China und Indien sei davon auszugehen, dass "der Preis für Palladium weiter steigen wird", zeigte sich der Rohstoff-Experte zuversichtlich.

Palladium wird zur Beschichtung von Katalysatoren verwendet. Vor allem wenn der Preis für Platin, das ebenfalls dafür eingesetzt wird, noch weiter steigt, könnten Autoproduzenten auf das billigere Edelmetall umsteigen. Ein Viertel der Weltproduktion wird in der Schmuckindustrie zur Legierung von Gold zu Weißgold verwendet, ein weiteres Viertel kommt in der Zahntechnik zum Einsatz.

Knappheit

Die weltweiter Produktion von Palladium liegt den Angaben zufolge bei 8 Millionen Unzen (1 Unze = 31,1 Gramm), also bei rund 250 Tonnen. Zum Vergleich: Der Goldmarkt umfasst 4.000 Tonnen, Silber sogar 25.000 Tonnen pro Jahr. "Wenn jeder Österreicher eine Unze Palladium kauft, so würde sich die Weltnachfrage für Palladium verdoppeln", erläuterte Kernstock die "Knappheit" dieses Edelmetalls.

Kernstock hat daher einen "Palladium Investors Club" gegründet, um das Metall als Investment zu vermarkten. Schützenhilfe bekommt er vom Schoeller Münzhandel, der nun auch eine Palladium-Münze und einen Palladium-Barren anbietet, ergänzte Elmar Schmid vom Schoeller Münzhandel.

Der Anstieg der Rohstoffpreise in den vergangenen Jahren sei vom wirtschaftlichen Aufschwung der USA, Europas und Japans - mit 800 Millionen Einwohnern - getragen worden. Der aktuelle Konjunkturaufschwung in China und Indien - mit 2,2 Milliarden Einwohnern - werde unweigerlich zu einer deutlich stärkeren Nachfrage nach Rohstoffen führen, so Kernstock. Die Preise werden daher weiter deutlich zulegen. Schmid geht davon aus, dass der Boom bei Metallen und Edelmetallen noch 12 bis 15 Jahre anhalten wird. (APA)

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