Asyl: Rückgang bei Anträgen im ersten Quartal um 19 Prozent

9. Juni 2006, 15:54
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Stärkster Andrang aus Serbien-Montenegro - Gastinger lobt Verschärfungen im Gesetz

Wien (APA) - Die Zahl der Asylanträge ist weiterhin deutlich rückläufig. Im April wurden nach neuesten Angaben des Innenministeriums 934 Anträge verzeichnet, im Vergleichsmonat des Vorjahres waren es noch 1.694 gewesen. Das ist ein Rückgang von 44,9 Prozent.

Nimmt man die ersten vier Monate 2006, gingen die Asylanträge um 26 Prozent von 5.893 im Vorjahr auf nunmehr 4.338 zurück. Aufgeteilt nach Monaten zeigt sich ein relativ konstantes Bild: Im Jänner hatte es 1.297 Anträge auf Asyl gegeben, was gegenüber dem Vergleichsmonat 2005 ein leichtes Sinken von damals 1.354 (minus 4,2 Prozent) bedeutete. Im Februar fiel der Rückgang schon stärker aus - von 1.235 im Vorjahr auf 973 heuer (minus 21,2 Prozent). Der März brachte ein Minus im Jahresabstand von 1.610 auf 1.134 (minus 29,6 Prozent) und der April eben die deutlichste Reduktion von 1.694 auf 934 (minus 44,9 Prozent).

Die meisten Antragsteller kommen weiterhin aus Serbien-Montenegro (1.126), gefolgt von der Russischen Föderation (637) und Afghanistan (229), das knapp vor der Türkei (227) und Indien (220) liegt. Dann folgt die Mongolei (218) auf Platz sechs.

Innenministerin Liese Prokop (V) betonte neuerlich, dass sich das neue Fremdenrechtspaket bewährt habe. Wer wirklich Asyl brauche, bekomme es schneller und gegen jene, die es missbrauchten, gebe es eine leichtere Handhabe. Das Paket sei fair und schnell.

Gastinger sieht Quantensprung bei Bekämpfung von Asylmissbrauch

Justizminister Karin Gastinger hat das neue Asylgesetz angesichts des Rückgangs an Asylwerbern als "Quantensprung bei der Bekämpfung des Asylmissbrauchs" bezeichnet. Die vom BZÖ erreichten Verschärfungen gegen Asylmissbrauch seien richtig und wichtig gewesen.

Menschen, die wirklich Schutz und Hilfe benötigten, würden dies auch bekommen, und zwar schneller als vorher. Ein Rechtsstaat müsse aber auch gewappnet sein, um Missbrauch dieses Schutzes zu verhindern. Mit der neuen gesetzlichen Grundlage sei dies gewährleistet, so Gastinger in einer Aussendung. (APA)

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