4.000 Arbeitslose jährlich als Firmengründer

7. Juni 2006, 12:24
25 Postings

Rund 15 Prozent aller Firmengründungen mit AMS-Unterstützung - Jeder fünfte Gründer ist über 45 Jahre

Wien - Mit dem Anstieg der Arbeitslosigkeit ist auch die Zahl der Personen, die aus der Arbeitslosigkeit heraus ein Unternehmen gründen, deutlich gestiegen: Rund 4.000 neue Unternehmen werden jährlich von Arbeitslosen gegründet. Damit hilft das Arbeitsmarktservice (AMS) bei 15 Prozent aller Gründungen in Österreich mit.

Nach 5 Jahren, ausgehend vom Gründungsjahrgang 2002, hat im Schnitt jeder Gründer und jede Gründerin 1,26 zusätzliche Vollarbeitsplätze geschaffen, geht aus der neuesten Studie zur Evaluierung des AMS-Unternehmensgründungsprogramms (UGP) hervor. Damit hat sich der Beschäftigungseffekt nach 5 Jahren mehr als verdoppelt.

Nach 3 Jahren sind rund 87 Prozent der Personen, die mit AMS-Hilfe ein Unternehmen gegründet haben, selbstständig tätig. Dieser Selbstständigenanteil sei so hoch wie in Vergleichsstudien mit "normalen" Gründungen in Österreich, wobei Unternehmensgründungen in Österreich ohnehin - international betrachtet - überdurchschnittlich hohe "Überlebensquoten" aufweisen, heißt es in der Studie.

Gründerprogramm für Arbeitslose

Das Gründerprogramm richte sich ausschließlich an arbeitslose Personen, die sich selbstständig machen wollen und bereits eine konkrete Projektidee haben, so der AMS-Vorstand Herbert Böhm am Montag. Besonders wichtig für den Geschäftserfolg sei sowohl die berufliche Eignung als auch die notwendige Branchenerfahrung. Der Schritt in die Selbstständigkeit werde daher oft auch von älteren Personen gewählt, die am Arbeitsmarkt bei der Jobsuche benachteiligt sind. Fast ein Fünftel der Unternehmen werde von Arbeitsuchenden über 45 Jahren gegründet. Nach Branchen betrachtet seien rund die Hälfte der Unternehmen im Bereich der unternehmensbezogenen und sonstigen Dienstleistungen tätig, rund ein Viertel im verarbeitenden Gewerbe oder Handwerk und im Handel.

Unternehmensberater als Hilfe

Arbeitslosen mit einer konkreten Gründungsidee und genügend Berufserfahrung werde vom AMS ein Unternehmensberater zur Seite gestellt, so Böhm. Dieser beurteilt Chancen und Risken des geplanten Projekts. Hat sich die Gründungsidee als realistisch erwiesen, folgt in den nächsten sechs Monaten die konkrete Unterstützung bei der Betriebsgründung. Während dieser Zeit erhalten die potenziellen Jungunternehmer das Arbeitslosengeld oder die Notstandshilfe vom AMS weiter ausbezahlt. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, erforderliche Qualifikationen zu erwerben. Die Kosten für die Unternehmensberatung und die Weiterqualifizierung trägt ebenfalls das AMS.

Das Unternehmensgründungsprogramm erstreckt sich in der Regel über einen Zeitraum von sechs bis maximal neun Monaten. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.