Neue Vereinssparkasse mit sozialem Anstrich

28. Mai 2006, 19:29
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Die neue Vereinssparkasse startet am 4. Oktober und soll Menschen in Notlage eine existierende Bankverbindung ermöglichen

Wien - Eine neue Vereinssparkasse soll Menschen in sozialer und wirtschaftlicher Notlage wenigstens eine existierende Bankverbindung ermöglichen. Damit könnten solche Menschen an den wirtschaftlichen Prozessen teilnehmen, so der Grundgedanke. Die Vereinssparkasse, eine Initiative der Erste Bank-Privatstiftung, soll am 4. Oktober ihre Tätigkeit aufnehmen.

Das einzige Produkt dieser Sparkasse ist zunächst ein zeitlich befristetes, verzinstes Basiskonto mit einer Bankkarte, das grundsätzlich keine Überziehungsmöglichkeit biete und den Kunden für drei Jahre zur Verfügung gestellt wird. Erfahrungswerte würden zeigen, dass bei Privatkunden "bei entsprechend konsequenter Begleitung eine Sanierung innerhalb von drei Jahren möglich ist, zumal wenn es einen sanften zeitlichen Druck gibt", so die Erste. Es gehe nicht um Dauerlösungen, vielmehr soll die Basis für eine geregelte Bankbeziehung geschaffen werden.

Initiative begrüßt

Caritas und die Dachorganisation der österreichischen Schuldnerberatungen ASB begrüßen die Initiative. Es handle sich um einen "wesentlichen Beitrag, um Menschen in schwierigen Lebenssituationen einen zweite Chance zu geben", erklärte ASB-Geschäftsführer Hans Grohs in einer Mitteilung von heute, Montag.

Mit der Einrichtung einer solchen Vereinssparkasse erfülle die Privatstiftung der Ersten österreichischen Spar-Casse ihren Gründungsauftrag, der die Förderung der gemeinwohlorientierten Sparkassenidee sowie des Fürsorgewesens vorschreibt.

Soziale oder wirtschaftliche Notlagen hätten oftmals den Abbruch der Bankbeziehung zur Folge. Eine existierende Bankverbindung und damit einhergehende Dienstleistungen wie Zahlungsverkehr o.ä. seien im täglichen Leben aber für viele Prozesse - Daueraufträge für existenzielle Kosten wie Miete, Gas und Strom, staatliche Transferzahlungen - eine Grundvoraussetzung. Der Besitz eines Kontos ist auch vielfach Grundvoraussetzung für die Wiedererlangung eines Arbeitsplatzes.

In Österreich gibt es knapp 12.000 Menschen, die aus verschiedenen Gründen keinen Zugang zu einem Bankkonto haben. Abgesehen von einer Kundenberatungsstelle wird die Sparkasse keine eigenen Filialen eröffnen. Sie wird als Pilotprojekt in Ostösterreich starten und auf das Netzwerk der Erste Bank zurückgreifen. In der Gründungsphase wird ein Kundenstock von rund 2.000 Personen erwartet. (APA)

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