Regierung widerruft Entscheidungen des Königs

12. Juni 2006, 13:03
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Alle Dekrete seit Oktober 2002 ungültig - Zwölf Botschafter werden abberufen

Kathmandu - Die neue nepalesische Regierung hat am Sonntag alle Entscheidungen des weitgehend entmachteten Königs Gyanendra rückgängig gemacht. Das Kabinett habe sämtliche Dekrete seit Beginn der Alleinherrschaft des Königs im Oktober 2002 für ungültig erklärt, sagte Nepals Finanzminister Ram Sharan Mahat gegenüber Journalisten.

Außerdem sei beschlossen worden, zwölf Botschafter abzurufen, darunter jene in den USA, Großbritannien, Frankreich und China. Alle Personalentscheidungen des Königs für Ministerien und andere Behörden seien ungültig. Gyanendra hatte die Regierung im Oktober 2002 entlassen und den Himalaya-Staat von diesem Zeitpunkt an absolutistisch regiert.

Der König hatte im April nach wochenlangen Massenprotesten das Parlament wieder eingesetzt. Maoisten und Oppositionsparteien hatte sich zu den Protesten verbündet. Nach dem Einlenken des Monarchen erklärten sich die maoistischen Rebellen zu Friedensgesprächen bereit. Die Verhandlungen sollen den seit einem Jahrzehnt andauernden Konflikt beenden, bei dem mehr als 12.000 Menschen getötet wurden. (APA)

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