Spielbericht: Austria ist Meister

7. Mai 2006, 19:23
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2:1 der Wiener gegen wackere Tiroler brachte letzte Klarheit und 23. Titel für Violett - Euphorische Party am Verteilerkreis

Wien - Die Wiener Austria hat sich am Samstagabend zum 23. Mal zum österreichischen Fußball-Meister gekrönt. Das Heimspiel der 35. Runde gegen Wacker Tirol wurde zur erwarteten Meisterfeier, nach einem hart erkämpften 2:1-(1:1)-Sieg bekamen die Violetten den begehrten Teller überreicht. Eine Runde vor Schluss weisen die Austrianer sieben Punkte Vorsprung auf Salzburg (1:2-Schlappe zu Hause gegen Pasching) auf.

Das Meisterstück - das erste seit 2003 - wurde gegen aufopfernd kämpfende Innsbrucker jedoch lange zur Schwerarbeit. Sionko brachte die Hausherren in Führung (18.), doch Gruber glich wenig später aus (23.). Das 2:1 von Sebo (59.) sowie die Kunde vom Salzburger Umfaller sorgten dann jedoch endgültig für klare Verhältnisse.

In Wien-Favoriten war alles für die programmierte Meisterparty angerichtet. 11.500 euphorische Fans waren im seit Donnerstag ausverkauften Horr-Stadion in freudiger Erwartung, die Liga-Vertreter hatten den Meisterteller mit im Gepäck.

Erstes Highlight durch Sionko

Nach vorsichtiger Anfangsphase setzte sich der mit Saisonende wohl scheidende, aber dennoch seit Wochen groß aufgeigende Sionko in Szene. Der Tscheche tankte sich auf der rechten Seite kraftvoll durch und zog aus 18 Metern mit links ab, der Ball wurde von Windisch und Gruber gleich zwei Mal abgefälscht und Goalie Planer war geschlagen (18.). Die Austria schien damit im 50. Pflichtspiel von Trainer Schinkels ganz klar Richtung Sieg und Titel zu segeln.

Doch Wacker machte eine Woche nach dem sensationellen 3:2 gegen Salzburg das Versprechen wahr, auch gegen die Austria Vollgas zu geben. Die Tschertschessow-Schützlinge ließen sich trotz des Rückstands nicht aus der Reserve locken, gaben einen enorm bissigen Gegner ab und standen eng beim Mann. Und wenn die Gäste offensiv wurden, dann wurde es zumeist auch gefährlich.

Gruber als zwischenzeitliche Spaßbremse

Kurz nach Einsetzen eines starken Regengusses brachten die Innsbrucker die verfrühten Meisterchöre der Austria-Fans zum Verstummen. Nach Kolousek-Freistoß von der rechten Seite blieb Didulica auf der Linie, Gruber setzte sich im Zweikampf gegen Linz durch und spitzelte den Ball aus kurzer Distanz ins Tor (23.). Sionko antwortete mit einem schönen 18-Meter-Freistoß an die linke Stange (25.), nach 34 Minuten hätte es nach einer Attacke von Feldhofer gegen Linz Elfmeter für Violett geben können.

Auch nach der Pause war der Tiroler Riegel schwer zu knacken. Für den ersten großen Jubel auf den Rängen sorgte die Meldung vom 1:1-Ausgleich der Paschinger in Salzburg, durch den den Austrianern bereits ein Remis gereicht hätte. Erst dann gelang das befreiende 2:1. Dheedene donnerte einen 30-Meter-Freistoß flach Richtung Tor, Planer ließ den - womöglich neben das Gehäuse gehenden - Ball abprallen und Sebo war zur Stelle für den Abstauber.

Damit stand der Party endgültig nichts mehr im Wege, zwei von Schiri Lehner nicht gegebene Elfer für die Austria juckten keinen mehr. Lehner pfiff noch vor Ablauf der 90 Minuten ab und flüchtete in die Kabine, denn wenig später hatten die jubelnden Anhänger das Feld bereits gestürmt. (APA)

  • Austria Wien - Wacker Tirol 2:1 (1:1). Wien, Franz Horr Stadion, 11.500 (ausverkauft), SR Lehner.

    Tore: 1:0 (18.) Sionko
    1:1 (23.) Gruber
    2:1 (59.) Sebo

    Austria: Didulica - Troyansky, Tokic, Radmomski, Dheedene - Sionko, Blanchard (88. Papac), Ceh, Vachousek (67. Kiesenebner) - Sebo (78. Rushfeldt), Linz

    Wacker: Planer - Mimm, Feldhofer, Gruber, Windisch - Brzeczek (72. Aganun), Grüner (86. Dollinger), Hattenberger, Kolousek, Schreter (59. Aigner) - Hölzl

    Die besten Spieler: Sionko, Sebo, Blanchard bzw. Kolousek, Grüner

    • Ein violettes Meer.

      Ein violettes Meer.

    • Jocelyn Blanchard und Didier Dheedene halten den Teller.

      Jocelyn Blanchard und Didier Dheedene halten den Teller.

    • Sebo ließ sich schon am Spielfeld feiern.

      Sebo ließ sich schon am Spielfeld feiern.

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