Für alle Wasserfälle

19. Mai 2006, 14:55
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Mit dem "wasser.reich" präsentiert Kärnten seine stillen Wässerchen

Der Wörthersee hat es bereits erledigt, der Klopeiner See wird in Kürze nachziehen - große Wasserflächen werden in Kärnten zum Auftakt der Sommersaison meist offiziell "eröffnet". Denn am Wörthersee kehrt der Frühling immer erst dann zurück, wenn sich dort genügend Prominenz eingefunden hat. Heuer waren zur Eröffnung 600 Gäste nötig, allerdings galt es auch, einen besonders hartnäckigen Winter zu verabschieden.

Am Klopeiner See darf dies mitunter auch von Nichtprominenten erledigt werden, als entsprechender Rahmen fungiert das größte Grillfest Österreichs, bei dem sich die gesamte Strandpromenade in eine Garküche verwandelt. Als "Aufwandsentschädigung" für die anstrengende Tätigkeit der Seeeröffung gibt's dann zwei Wochen später am 14. Juli das bisher größte Feuerwerk Österreichs über dem Klopeiner See zu sehen.

Neben der termingerechten Vertreibung des Winters an Kärntens Seen findet man seit 2004 allerdings auch Wege, dem Besucher auf eine stillere Art das Wasser als Thema zu reichen. Während der beiden vergangenen Jahre wurde die Inszenierung des Landes als "wasser.reich" im Mölltal und am Großglockner begonnen. Was dort mit noch recht einfachen Mitteln wie Wasserwanderwegen ins Leben gerufen wurde, findet heuer und 2007 eine Fortsetzung im Lieser- und Maltatal. Zentrum des zweijährigen Leitmotivs "WasserKraft" wird die Stadt Gmünd sein, die sich dem Thema vor allem mit Ausstellungen nähert.

Sprudelnde Ideen

Im Schloss Laudon und in der näheren Umgebung werden Peter Greenaway und Valie Export zur Elementargewalt des Wassers frei assoziieren, im Stadtturm und in der Galerie von Gmünd sind es verschiedene Künstler aus dem Alpen-Adria-Raum, die sich dem Thema "Wasser in der Kunst" widmen. Die Universität für Musik und darstellende Kunst hat die Patronanz für die musikalische Annäherung an den Zyklus übernommen. Hans Tschiritsch, Erfinder ungewöhnlicher Instrumente, wird dort nicht nur mit seiner größten Geige der Welt aufkreuzen, sondern auch Instrumente präsentieren, die beim Thema bleiben - etwa ein Badewannenchello.

Jene 14 Ausflugsziele, die zwischen den beiden Nationalparks Hohe Tauern und Nockberge eingebettet sind, bedürfen eigentlich keiner weiteren Inszenierung. Im Maltatal wird man ohnehin kaum einen Schritt tun können, ohne an einem tosenden Wasserfall, wie etwa dem 200 Meter hohen Fallbachfall, vorbeizukommen. Dennoch wird auch gerade hier versucht, vor allem Kinder auf spielerische Weise an das Thema Wasser heranzuführen. Der neue Erlebnis- und Spielepark in Malta soll genau das mit Einrichtungen wie einem Wasserlabor oder einer Schaumühle leisten.

Seit Beginn der Thematisierung Kärntens als "Reich des Wassers" im Jahr 2004 wächst die Zahl teilnehmender Betriebe und Orte monatlich. Je 28 sind es mittlerweile, die sich in besonderem Maße dem Thema widmen. Für Beherbergungsbetriebe bedeutet die Spezialisierung, zumindest ein spezielles Urlaubsprogramm anzubieten, welches das Element Wasser miteinbezieht. Wichtiger noch ist jedenfalls die Selbstverpflichtung, mit dieser Ressource auch ökologisch umzugehen.

Betriebe wie das Almwellnesshotel Tuffbad Dörfl in St. Lorenzen passen gut in dieses Konzept. Seit 1765 wird dort das Mineralwasser, das von der hauseigenen Quelle in 200 Meter Tiefe nach oben sprudelt, für Gesundheitsbäder verwendet. Heute lässt man die Gäste dort überdies in allem baden, was die Gütesigeln "Alpine Wellness" und "Best Health Austria" für tragfähig erachtet haben - das reicht vom Bier übers Heu bis hin zum Moor. Dass das Haus in 1300 Meter Seehöhe auf einem Almboden im Lesachtal liegt, wo die wilde Gail seit Langem als gefragtes Ziel für Kanuten und Rafter gilt, passt natürlich auch. (saum, Der Standard, Printausgabe 6./7.5.2006)

  • Der Fallbachfall im Maltatal verkörpert kristallklar die Kampagne "wasser.reich".
    foto: kärnten werbung

    Der Fallbachfall im Maltatal verkörpert kristallklar die Kampagne "wasser.reich".

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