Arbeitslose schlagen Kurse vor

7. Juni 2006, 12:24
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AMS zahlte bei Pilotenschein mit - 70 Prozent aller Qualifizierten nach sechs Monaten mit neuem Job

Wien – Das Arbeitsmarktservice (AMS) kontert der Kritik an ihren Schulungsmaßnahmen für Arbeitslose. Innerhalb der EU sei das AMS Österreich hinter Belgien das zweiterfolgreichste Land, was die rasche Arbeitsaufnahme von Arbeitslosen nach Qualifizierungsmaßnahmen angehe. Fast 70 Prozent aller geschulten Arbeitslosen hätten sechs Monate nach einer AMS-Maßnahme wieder eine Beschäftigung, sagte AMS-Chef Herbert Buchinger.

Stark forciert werden im AMS mittlerweile Zuschüsse zu Kursen, die Arbeitslose selber vorschlagen, sagten AMS-Vorstand Herbert Böhm und die Wiener AMS-Vizechefin Ingeborg Friehs. So soll unter anderem die Akzeptanz der Kurse gesteigert werden. Bis zu 100 Prozent der Kurskosten werden dabei ersetzt, wenn die AMS-Berater überzeugt sind, dass durch den selbst gewählten Kurs die Chancen auf eine Beschäftigungsannahme tatsächlich gesteigert werden können.

Englisch-Kurs um 1000 Euro

So wurde in Wien ein PR-Kurs um 600 Euro nicht bewilligt, ein Englisch-Kurs um 1000 Euro aber sehr wohl. Theoretisch können dabei auch sehr teure Kurse eingereicht werden: In Oberösterreich schoss das AMS 2340 Euro zu einem Pilotenführerschein zu. Auch Schulungen im Ausland werden theoretisch bezahlt, aber nur, wenn es kein vergleichbares Angebot im Inland gibt.

Im Jahr 2005 wurde für AMS-Schulungen österreichweit 235 Mio. Euro für die Schulung von 154.000 Arbeitslosen aufgewendet. Heuer sind es 355 Mio. Euro für die Schulung von bis zu 200.000 Arbeitslosen. Die Maßnahmen-Palette reicht von kurzfristigen Bewerbungstrainings bis zur einjährigen Facharbeiterausbildung. Die größte Schwachstelle, gibt die AMS-Spitze zu, ist dabei die Begründung, warum bestimmte Kursmaßnahmen gesetzt werden. Sollten gröbere Beschwerden nötig sein, gibt es in jedem Bundesland einen AMS-Ombudsmann. (Michael Bachner, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 6./7.5.2006)

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