Keine Online-Pornos mehr mit American Express

2. Juni 2000, 11:39

Zu viele Reklamationen machen Geschäft unrentabel

American Express hat genug vom Cybersex: Kreditkarteninhaber müssen Online-Sex-Dienste in Zukunft mit anderen Mitteln bezahlen. Das US-Kreditkartenunternehmen hat allen Vertragspartnern im Internet-Pornogeschäft die Zusammenarbeit gekündigt. Der Grund waren zu viele Beanstandungen von Kunden wegen angeblich nicht berechtigter Kartenbelastungen.

Das Cybersex-Geschäft lohnte sich für American Express offenbar nicht mehr. Zwar werden einem Online-Sex-Anbieter beanstandete Gebühren zurückbelastet. Doch den administrativen Aufwand, den die Reklamationen mit sich bringen, muss American Express selbst bezahlen. Das wurde zu teuer. An Reklamationen fehlt es scheinbar nicht. Laut einem Vertreter von Visa entfielen Anfang 1999 zwar nur zwei Prozent der Kartenumsätze, aber jede zweite Beanstandung auf Transaktionen per Internet. Inzwischen haben die Reklamationen zugenommen, berichten Insider aus dem Internet-Sex-Geschäft.

Die Gründe für die vielen Beanstandungen sind vielfältig. Zum Teil sind es handfeste Betrügereien, manchmal aber auch Ehemänner, die gegenüber ihren Frauen nicht erklären wollen, was sie sich im Internet angeschaut haben. Oft ziehen jedoch die Anbieter selbst die neugierigen Kunden über den Tisch indem sie vermeintliche Gratisabos anbieten. Später werden die Karten der Kunden dann aber mit nicht vereinbarten Abogebühren belastet.

Die gesamten Einnahmen der Branche werden auf jährlich eine Mrd. Dollar geschätzt. Zu viel, als dass die beiden anderen Kreditkartengesellschaften Visa und Mastercard/Eurocard darauf verzichten wollen. Die Sex-Dienste im Netz sind derzeit auf American Express nicht gut zu sprechen: Sie müssen die betroffenen Kartenkunden jetzt alle - diskret - anschreiben. (com/pte)

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