Bundesbankpräsident schließt große EZB-Zinserhöhung im Juni nicht aus

6. Juni 2006, 09:01
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Derzeit drohe in der Euro-Zone angesichts der hohen Liquidität ein Anstieg der Inflation

Eltville - Der Präsident der deutschen Bundesbank, Axel Weber, hat eine große Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) im Juni nicht ausgeschlossen und damit dem Euro vorübergehend Auftrieb verschafft.

"Ich möchte nicht missverstanden werden, aber alle Möglichkeiten stehen immer offen", antwortete Weber am Freitag bei einer Bundesbank-Konferenz in Eltville auf die Frage, ob der EZB die Option eines Zinsschrittes um 50 Basispunkte offen stehe. Derzeit drohe in der Euro-Zone angesichts der hohen Liquidität ein Anstieg der Inflation. Dem müsse die EZB entgegen treten, sagte Weber.

Zustand hoher Wachsamkeit

Er betonte, dass sich die EZB in einem Zustand "hoher Wachsamkeit" befinde - damit benutzte er das Schlüsselwort, mit dem EZB-Präsident Jean-Claude Trichet am Donnerstag eindeutig eine Zinserhöhung für Juni signalisiert hatte. Trichet hatte dabei die Größe einer Zinserhöhung offen gelassen. An den Märkten hatten die Äußerungen Trichets Spekulationen darüber ausgelöst, dass die EZB im Juni den Zinssatz um 50 Basispunkte auf 3,0 Prozent erhöhen könnte. Die Notenbank hatte im Dezember und März ihren Zinssatz um jeweils 25 Basispunkte erhöht.

Der Euro legte nach den Äußerungen Webers vorübergehend deutlich auf über 1,27 Dollar zu, gab seine Gewinne aber kurz darauf wieder teilweise ab. Der Bund-Future gab nach. (APA/Reuters)

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