Mehr Frauenrechte bedeuten mehr Wirtschaftswachstum

2. Juni 2000, 18:00

Das ergab eine Studie der Weltbank

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WELTBANK
"Countries That Reduce Gender Gaps Have Less Corruption and Faster Growth"

Washington - In Ländern mit besonderen Schritten zum Schutz der Frauenrechte gibt es weniger Korruption und ein schnelleres Wirtschaftswachstum als in Staaten ohne solche Maßnahmen. Zu diesem Schluss kommt eine am Donnerstag in Washington veröffentlichte Studie der Weltbank, die auf Erfahrungen in über 100 Staaten basiert. Danach hat eine Verringerung der Kluft zwischen Männern und Frauen in Bereichen wie Bildung, Arbeitsplätze und Besitzrechte nicht nur eine geringere Kindersterblichkeit und -unterernährung zur Folge. Sie führe auch zu erhöhter Produktivität und damit zu einer Verbesserung der Wirtschaftslage.

In dem Report wird auf deutliche Fortschritte für die weibliche Bevölkerung in den jüngsten Jahrzehnten hingewiesen. So habe sich die Zahl der Grundschülerinnen im Nahen Osten, Südasien und den afrikanischen Regionen südlich der Sahara in den vergangenen 25 Jahren verdoppelt.

Nach wie vor weniger Kontrolle über wichtige Ressourcen

Trotz aller Fortschritte hätten Frauen aber nach wie vor weniger Kontrolle über wichtige Ressourcen wie Bildung und Land als Männer, heißt es in der Studie weiter. Frauen in Südasien etwa wiesen nur die Hälfte der Ausbildungsjahre auf, über die Männer verfügten. In Entwicklungsländern hätten von Frauen geleitete Unternehmen durchweg schlechteren Zugang zu Krediten und seien oft unterfinanziert. In Lateinamerika und Teilen Afrikas seien weibliche Landbesitzer äußerst selten.

Die AutorInnen der Studie unterstreichen, dass zum Beispiel in Afrika ein besserer Zugang von Frauen zu den "produktiven Ressourcen" zu einer Steigerung der landwirtschaftlichen Erzeugung um ein Fünftel führen könnte. Und wären der Nahe Osten, Nordafrika und Südasien bei der Verringerung der Bildungsunterschiede zwischen beiden Geschlechtern so erfolgreich gewesen wie Ostasien, hätte sich das Bruttosozialprodukt pro Kopf dort um jährlich O,5 bis O,9 Prozent mehr erhöht als geschehen. (APA/dpa)

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