OGH entschied im Streit unter Venture Capitalisten um Firmenverkauf

26. Juni 2006, 15:06
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Teilerfolg für Klagspartei gamma capital partners: Oberstrichter bestätigen Verletzung des AVCO-Kodex bei Verkauf von "Tiani Medgraph"

Wien - Bis vor den Obersten Gerichtshof (OGH) zogen zwei österreichische Venture-Capitalgeber (VC) wegen eines umstrittenen Beteiligungsverkaufes. Nun entschied der OGH in einem Urteil, dass ECOS Venture Capital beim 2003 erfolgten Verkauf des Medizintechnik-Startups "Tiani Medgraph" tatsächlich den Kodex der österreichischen Venture Capital-Organsisation AVCO gebrochen habe. Dies teilte die gcp gamma capital partners heute Freitag in einer Aussendung mit.

Grund des Rechtsstreits war der Verkauf der Tiani Medgraph AG an die deutsche GWI-Gruppe Ende 2003. An Tiani war ein Konsortium mehrerer Venture-Capital-Geber, unter ihnen Ecos und gcp, beteiligt. Laut der Aussendung arrangierte Ecos "ohne Information der Co-Investoren und im Alleingang" einen Verkauf von rund 51 Prozent der Tiani-Anteile an GWI um gut 2 Mio. Euro.

Partner geklagt

Damit erzielten Ecos zwar einen kleinen Gewinn. Doch der Preis für die Anteile war viel zu niedrig, meinte die gcp, und klagte Anfang 2005 den ehemaligen Partner Ecos. gcp beantragte einen Ausschluss von Ecos aus der Austrian Venture Capital Organization (AVCO) und klagte auf Schadenersatz.

Der OGH bestätigte nun als Zweitinstanz, dass Ecos mit seinem Vorgehen den AVCO-Kodex verletzt hat. Der Schadenersatzprozess, der sich noch im Stadium der Beweisaufnahme befindet, geht zwischen den beiden Firmen inzwischen weiter. (APA)

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