Von Wien nach Moskau

10. Mai 2006, 10:22
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Der Flughafen Wien Schwechat ist Ausgangspunkt, um die kommenden fünfeinhalb Monate stetig Richtung Osten zu reisen

Am sonnigen Morgen des 8. November 2005 finden Monate des Vorbereitens und Jahre des Vorfreuens letztlich ein Ende. Der Flughafen Wien Schwechat ist Ausgangspunkt für uns, um die kommenden fünfeinhalb Monate stetig Richtung Osten zu reisen und auch der richtige Ort um sich herzlich und schmerzlos für ebendiese Zeit zu verabschieden.

Und gut ist´s, dass der Morgen in Wien sonnig war, denn ab Bratislava ist die Wolkendecke geschlossen und nach der Landung in Moskau haben wir die Sonne für mehrere Tage das letzte Mal gesehen. Die Einreise unter den strengen Blicken der Grenzbeamten ist langwierig aber problemlos, unser Gepäck ebenfalls angekommen und unsere Tickets für die erste Etappe der Transsibirischen Eisenbahn sind zum Abholen bereit. Auf der Fahrt in die Stadt wird uns schnell klar, dass die Jahre seit dem Fall des Eisernen Vorhanges nicht spurlos an der ehemaligen Planwirtschaft vorübergegangen sind – der Ausblick links und rechts der Autobahn ist dem auf der A2 entlang der SCS nicht unähnlich – jede Menge bekannter Markenware, nur die Schrift ist ungewohnt, für meine Frau – zwar nicht der russischen Sprache aber doch der zyrillischen Schrift mächtig – kein Problem, allerdings kann auch ich vier große gelbe Zeichen auf blauem Grund leicht als Quelle skandinavischen Wohngefühles ausmachen.

Im Rossija, dem ehemals größten Hotel der Welt und kommunistisches Vorzeigeprojekt mit Blick auf den Kreml, sind die Formalitäten an der Rezeption denen bei der Einreise nicht unähnlich und wir merken auch, dass es nicht leicht ist, den Angestellten russischer Dienstleistungsbetriebe ein Lächeln abzuringen – wir wollen es aber weiter versuchen. Das Zimmer ist gemütlich und gut geheizt, auffallend sind auch die Sicherheitskontrollen – einmal am Weg zum Aufzug und dann noch mal im jeweiligen Stockwerk durch den Stockwerksbeauftragten, der die Zimmerschlüssel verwahrt und nur nach Vorweis eines entsprechenden Papierstückes aushändigt. Es ist inzwischen dunkel, wir machen aber noch einen kleinen Spaziergang über den Roten Platz und bestaunen die von Scheinwerfern angestrahlte und offenbar einem Märchen entsprungene Basiliuskathedrale. (David Bichler)

  • Die Basilius-Kathedrale
    foto: david bichler

    Die Basilius-Kathedrale

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