Heimische Jetalliance wälzt Börsepläne

1. Juni 2006, 14:11
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Kapitalschritt beim Bedarfsflieger ab Herbst möglich - Ehemalige Magna-Tochter expandiert: Luxus-Airbus bestellt

Wien - Das österreichische Bedarfsflugunternehmen Jetalliance wälzt Börsepläne. Erst werde einmal der Börsegang des deutschen Billigfliegers und "Niki"-Partners Air Berlin abgewartet. "Frühestens im Herbst kommt dann auch für uns ein Kapitalschritt in Frage, das heißt ein Börsegang", sagt Vorstandschef Lukas Lichtner-Hoyer im "Wirtschaftsblatt" in der Ausgabe von heute, Freitag.

Entscheiden sich die Bedarfsflieger mit Sitz in Oberwaltersdorf für die Wiener Börse, dann wäre das bereits die dritte Airline-Aktie am heimischen Kapitalmarkt - nach der AUA und SkyEurope.

Wenig konkret

Die Börsepläne sind allerdings wesentlich weniger konkret als die angekündigten Expansionspläne von Jetalliance. Vor zwei Tagen erst hat das 1996 als Magna Air Luftfahrt GmbH gegründete Unternehmen bei Airbus eine ACJ bestellt. Das Flugzeug der Luxus-Superklasse kostet rund 60 Mio. US-Dollar (48 Mio. Euro), hat eine Reichweite von 12.000 Kilometern, wird etwa 20 bis 30 Passagieren Platz bieten und zu Flugstunden-Preisen zwischen 8.000 und 12.000 Euro angeboten.

Airbus soll die ACJ - die erste Maschine dieses Typs in Österreich und die siebzigste überhaupt - im dritten Quartal 2007 ausliefern. So rasch sind neue Flugzeuge üblicherweise nicht zu bekommen. "Derzeit reichen Lieferzeiten bis 2008", sagt Lichtner-Hoyer, der heuer noch eine Ausschreibung plant: Die Langstreckenflotte, ein halbes Dutzend bis zwölf Jahre alte Gulfstream, soll ersetzt werden. Airbus könnte dabei erneut ins Geschäft kommen.

Neue Flugzeuge

Erst im November wurden 20 Cessna Citation um 230 Mio. Dollar bestellt. Die neuen Flugzeuge sollen die Expansion von Jetalliance auf den osteuropäischen Märkten unterstützen. Das Unternehmen soll sich "zum stärksten Anbieter des Businessjet-Marktes in Osteuropa" entwickeln, so Miteigentümer Lichtner-Hoyer.

Jetalliance ist nach Eigenangaben mit 37 Jets Österreichs größtes Bedarfsflugunternehmen. Mit dem abgelaufenene Geschäftsjahr 2005 ist Lichtner-Hoyer "sehr zufrieden". Bei einem Umsatz von 70 Mio. Euro sei ein EBITDA-Gewinn von rund drei Mio. Euro erzielt worden.

Jetalliance wurde 1996 von Magna als Magna Air gegründet und im Jahr 2000 vom Management gekauft und umbenannt. Seit 2002 ist laut Homepage ein strategischer Investor mit an Bord, der geholt wurde, um die Ostexpansion vorantreiben zu können. (APA)

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    foto: gulfstream - jetalliance
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