Microsoft lässt sich Internet-User-Überwachung patentieren

20. Juni 2006, 12:32
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Erweiterte Cookies sollen "individuell zugeschnittene" Webseiten erleichtern

Im Wust der laufend gewährten Patente gehen die meisten davon schlicht unter, einige erregen dann aber doch etwas mehr Aufmerksamkeit: So etwa das US-Patent 7,039,699, das Microsoft vor kurzem vom Patentamt zugesprochen wurde.

Überwachungsbedenken

Darin beschrieben wird nämlich nichts anderes, als eine Methode, wie das Nutzungsverhalten der Internet-UserInnen einfacher festgehalten und weiter verwendet werden kann. Die konkrete Beschreibung erläutert dabei eigentlich nichts spezielles, über eine Art Super-Cookies sollen die Informationen festgehalten werden und auch von anderen Seiten der gleichen Domain eingesehen werden können.

Beispiel

Als Anwendungsfall beschreibt man etwa, dass UserInnen, die auf einer MSN-Seite ein Flugticket kaufen, auf anderen Seiten des MSN-Netzwerks relevante Informationen zur Destination des Fluges angezeigt bekommt. Um auf diese Informationen zugreifen zu können werden in dem Patent eine Reihe von APIs vorgesehen.

Zeitrahmen

Das Patent wurde ursprünglich im Jahr 2000 eingebracht und mittlerweile wohl bereits längst von der Realität eingeholt: Zahlreiche Seiten setzen bereits ähnliche Techniken ein, um den BenutzerInnen "angepasste" Seiten anzubieten, allen voran der Online-Händler Amazon. Neben den Überwachungsbedenken stellt sich beim Microsoft-Patent auch die Frage, was im konkreten Fall "patentwürdig" war. Immerhin handelt es sich dabei vornehmlich um die Beschreibung eines Cookie-Systems, wie es auch schon vor dem Jahr 2000 Gang und Gäbe war. (red)

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