Eurobus unterwegs

11. Mai 2006, 20:01
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Rollende "Notenbank-Filiale" öffnet wieder die Türen, damit Schilling-Bestände in Euro getauscht werden können - 10 Milliarden werden noch gehortet

Wien - Der Euro-Bus der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) startet heute Freitag am Wiener Michaelerplatz zur bereits fünften Tour durch Österreich. Vom 5. Mai bis 5. August wird die "rollende Zweigstelle der OeNB" quer durch Österreich fahren und bei voraussichtlich 72 Stationen Halt machen, damit gut gehütete oder jetzt erst gefundene Schilling-Schätze in Euro getauscht werden können.

Der Schoeller-Münzhandel, ein Tochterunternehmen der Münze Österreich, wird die Tour heuer erstmals begleiten. Denn aufgrund der zuletzt stark gestiegenen Preise für Gold und Silber erwarten Experten viele Anfragen speziell zu Münzen.

Im Zentrum der heurigen Euro-Roadshow wird auch die Malerin Angelika Kauffmann stehen. Ihr Porträt ziert die 1970 ausgegebene und bereits vor 20 Jahren außer Kraft gesetzte 100-Schilling Banknote (siehe Bild), die am 28. November 2006 ihre Gültigkeit verliert. Bis dahin können diese Banknoten im Euro-Bus oder in den Zweigstellen der Nationalbank gratis getauscht werden. Rund 2,9 Millionen "Kauffmann-Scheine" sind derzeit noch im Umlauf. Im kommenden Jahr - am 31. August 2007 - verliert der 500-Schilling-Schein mit dem Porträt von Josef Ressel seine Gültigkeit.

Euro-Bus unterwegs

Im Vorjahr besuchten 104.000 Menschen den Euro-Bus - im Tagesdurchschnitt wurden beachtliche 824.674 Schilling in den 2002 eingeführten Euro getauscht. Das entspricht einer Steigerung von 36 Prozent im Vergleich zur 2004er-Tour. 2005 machte der Euro-Bus in 85 Städten bei 89 Stationen Halt - von 73,4 Millionen Schilling haben sich die Österreicher im Vorjahr getrennt und dafür Euromünzen und -scheine kassiert.

Seit der ersten Tour im Jahr 2002 wurden mehr als 300.000 Kundenkontakte gezählt - mehr als 210 Millionen Schilling wurden seither in Euro gewechselt.

Gehortet werden von den Österreichern noch mehr als zehn Milliarden Schilling. Davon entfallen laut Nationalbank 2,6 Milliarden auf Schillingbanknoten, die schon seit vielen Jahren nicht mehr als gesetzliches Zahlungsmittel gültig waren, aber innerhalb bestimmter Fristen umtauschbar sind.

Neben dem Schilling-Euro-Tausch ist die Information über den Euro und seine Sicherheitsmerkmale ein wichtiger Punkt während der Tour durch Österreich. (Bettina Pfluger, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 5.5.2006)

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  • Ein begehrtes Tauschobjekt wird die 100-Schilling- Banknote "Angelika Kauffmann" sein.
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    Ein begehrtes Tauschobjekt wird die 100-Schilling- Banknote "Angelika Kauffmann" sein.

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