Solarfassade und Energycabin

1. Juni 2006, 19:34
posten

Systeme direkt in die Fassade von Gebäuden integrieren - Zwei revolutionäre Entwicklungen aus Österreich

Mit der Erzeugung von Strom aus Sonnenenergie war das bisher immer so eine Sache. Eh schon teuer in der Anschaffung – und dann stehen die Trümmer auch noch auf dem Dach herum. Die Zukunft dürfte allerdings anders aussehen – wie das Unternehmen "ertex solar" in Amstetten beweist.

Die Systeme, die gemeinsam mit dem Innovationsunternehmen "Hei" von Dieter Horbachner entwickelt wurden, können direkt in die Fassade von Gebäuden integriert werden. Der Vorteil: Die Module bieten Verbundglas-Standard und können als Wetterschutz oder als Abschattungselement eingesetzt werden – zusätzlich liefern sie im Gegensatz zu herkömmlichen Fassadenelementen Strom.

Minimale Restenergie

Eine derartige Lösung wurde etwa in Pettenbach bei der Sanierung eines Althauses auf Passivhausstandard integriert. Das Gebäude braucht jetzt nur noch eine minimale Restenergie – und die wird von den Fotovoltaik-Schattenelementen in der Fassade geliefert.

Eine weitere Einsatzmöglichkeit sind Überdachun 2. Spalte gen. So wurde etwa beim Neubau des Gemeindezentrums in Ludesch der Gemeindeplatz erstmals in großem Stil mit transparenten Solarmodulen überdacht. Das Gemeindezentrum ist ebenfalls ein Passivhaus-Projekt und wird Ende Mai eröffnet.

Ähnlich revolutionäre Entwicklungen gibt es auch auf dem Sektor Pellets und Solarthermie: Hier scheitert die Umstellung oft etwa am fehlenden Lagerraum für Pellets. Oder es gibt keinen passenden Platz für die Solarmodule.

Energie vom Garten

Also entwickelte ein Unternehmen in Gleisdorf die "EnergyCabin": Sie sieht aus wie ein Glashaus und kann einfach im Garten aufgestellt werden. Die Cabin beinhaltet einerseits eine Pelletsanlage, die Wasser und Heizung mit Biomasse betreibt. Andererseits ist aber auch eine Solaranlage integriert, die bei Sonnenschein die Wärme liefert.

Das Bestechende daran: Die EnergyCabin wird dann einfach an das bestehende Heizsystem angeschlossen. Die Heizkosten können damit um bis zu 50 Prozent reduziert werden. (Roman David-Freihsl, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 5.5.2006)

Share if you care.