Erst jede zweite Hausbrieffach-Anlage ausgetauscht

13. Juli 2006, 11:40
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Stadt Wien hat Umrüstung schon fast abgeschlossen, große Gemeinnützige wie Sozialbau können Umstellung aber noch abblasen

Wien - Wien - Redmail, der größte alternative Postdienstleister der Landes, geht davon aus, dass bisher nur rund die Hälfte der etwa 1,8 Millionen Hausbrieffach-Anlagen umgestellt sind. Zu diesem Ergebnis sei Redmail aus Basis eigener Erhebungen gekommen, sagte Redmail-Geschäftsführer Bernd Kirisits am Donnerstag.

Der größte Hausbesitzer der Bundeshauptstadt - die Gemeinde Wien - hat die Umstellung auf die neuen Hausbrieffächer bereits so gut wie abgeschlossen, große Wohnungsgesellschaften wie die Sozialbau haben dies aber noch nicht getan. Wie es in der Causa weitergehen soll, wird im zuständigen Verkehrsministerium am Donnerstag Nachmittag beraten.

Wien hat schon ausgetauscht

Laut einem Sprecher von Wohnbaustadtrat Werner Faymann (SPÖ) sind fast alle der mehr als 220.000 Postkästen von Wiener Gemeindewohnungen schon ausgetauscht worden.

Über die weitere Vorgangsweise soll nach einer eingehenden Prüfung des am Donnerstag verkündeten VfGH-Erkenntnisses entschieden werden, hieß es heute. Die Stadt besitzt rund 220.000 Gemeindewohnungen. Die Zahl der Briefkästen ist jedoch höher, da sich in den betreffenden Gebäuden auch Lokale und Geschäfte befinden.

Sozialbau will nicht "Musterschüler" spielen

Die Sozialbau, mit etwa 40.000 Wohnungen eine der größten Wohnungsgesellschaften hat dagegen im Großteil ihrer Häuser noch nicht umgestellt. Sie will dies - wenn sie gesetzlich nicht dazu gezwungen wird - auch nicht tun. Dies sagte Generaldirektor Herbert Ludl am Donnerstag auf Anfrage der APA.

"Wir stehen Gewehr bei Fuß und können die Umstellung sofort abblasen", so Ludl. Die Sozialbau besitzt 35.000 Wohnungen, in denen die Umstellung noch nicht erfolgt ist, bei 3.000 Sozialbau-Wohnungen, die neu gebaut oder generalsaniert worden sind, sei bereits umgestellt worden.

Sein weiteres Vorgehen macht Ludl von der weiteren Reaktion des Gesetzgebers abhängig. Sollte es keine Verpflichtung geben, wolle man "nicht Musterschüler spielen" und auch den Altbestand umstellen. Man respektiere damit den Wunsch der Mehrheit der Mieter, die die Umstellung wegen der Kosten, vor allem aber auch wegen des Zutritts zu den Häusern skeptisch sehe, so Ludl. (APA)

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