Sie blühen einen Sommer lang

9. August 2006, 13:19
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Manche Düfte dürfen sich mit Beginn der Herbststürme im Nebel des Vergessens verflüchtigen, andere werden in Badezimmern und Kommoden überwintern

Kenzo Flower ist ein Unikum unter den erfolgreichen Parfums. Kein Hollywoodstar preist seine Vorzüge auf Inseratenseiten, keine Pheromon-geschwängerten Lobhudeleien in der Beratungsjournaille. Ein leichter, mädchenhafter Duft in einem hübschen Flakon mit der Mohnblüte als Blickfang. Und siehe da, es genügt. Die kleine Mohnblume hat schon ein paar Saisonen auf dem Buckel. Weil sie so wacker durchhält, widmet ihr Kenzo eine limitierte Kunstedition. Bilder von Lorenzo Mattotti, Rébecca Dautremer (siehe große Mohnblume oben) und Pierre Mornet schmücken den Flakon einen Sommer lang. Das macht Kenzo Flower durch Zufall zu einem Sommerduft. Andere sind das mit voller Absicht. Zum Beispiel "Sun Delight" von Jil Sander. Der Flakon sieht aus wie ein tropischer Cocktail, Tequila Sunrise oder so. Laut Pressetext weckt der Duft schöne Erinnerungen. Egal, auch dieser Sommer ist irgendwann vorbei, dann kann man selig vergessen. Der nächste Sunrise-Flakon stammt vom Tennisleiberl-Hersteller Lacoste. "Touch of Sun" ist ein logischer Sommerduft. Bergamotte, Grapefruit, alles, was gsund und gelb ist, macht einen Sonnenaufgang in der Nase. Verkaufszeitraum: Sommer 06.

Die anderen

Kouros, der Männerklassiker von Yves Saint Laurent, gibt's als Sommer 06-Remix und heißt "A Mediterranean Fusion". Männlich spurtreu wie eh und je, nichts für Metrosexuelle, die wollen ja dauernd was Neues.

Die lustigste Neuerscheinung des Sommers ist "Mandarina Duck Eau de toilette". Die italienische Taschenfirma bietet ihren spielerisch-praktischen Zugang zu den Dingen jetzt auch als Parfum an. Eine gute Alternative für alle, die sich weder im Schneewittchen-, noch im Bösen-Königinnenfach wohlfühlen. Das Entchen wird übrigens länger als einen Sommer seine Runden drehen.

Ein Duft muss einen Körper haben, um sich ins olfaktorische Gedächtnis einzugraben. Normalerweise ist das Alkohol. Kompaktere Substanzen sind natürlich auch geeignet. Origins hat diese Option mit der Badelinie "Shedonism" verwirklicht. Das Aroma tahitianischer Blüten in einer satten Körpercreme, das vergisst keine Nase.

Ähnliches gilt für "Gris clair" von Serge Lutens. Der ehemalige Shiseido-Kreative zerlegte einen großen Klassiker, das Lavendel-Wasser, in seine Einzelteile und schraubte ihn neu zusammen. Der zarte Wäscheduft wird mit ordentlich Holz und Tonkabohne neu serviert. Auch im Winter.

Lancaster bringt den Duft "Aquasenses", der die Nase beeindruckt und die Haut erfreut. Als echter Alleskönner schützt er gegen Hautalterung, spendet Feuchtigkeit und regeneriert die Haut und verdient somit die Auszeichnung "praktischster Duft des Sommers 06".
(Der Standard/rondo/05/05/2006)

Hier kommt die Sommerkollektion 06
  • Kenzo
    foto: kenzo

    Kenzo

  • Tommy
    foto: tommy

    Tommy

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