Tsunami-Warnung aufgehoben

7. Mai 2006, 21:02
1 Posting

Beben der Stärke 7,8 im Südpazifik - Messungen deuteten auf mögliche Flut-Wellengefahr für Neuseeland, Fidschi-Inseln und Hawaii hin

Washington - Ein massives Beben im Südpazifik hat die Einwohner auf den Fidschi-Inseln, Hawaii und Neuseeland aufgeschreckt. Die Erdstöße, die sich am Mittwoch gegen 17.30 MESZ ereigneten, hatten eine Stärke von 7,8, zunächst war der Wert mit 8,0 und stärker angegeben worden. Das Epizentrum lag in der Nähe der Tonga-Inselgruppe im Südpazifik . Die für die Region ausgegebene Tsunami-Warnung wurde nach wenigen Stunden wieder aufgehoben. Nach ersten Angaben richtete das Beben auf Tonga Schäden an, weitere Berichte über Zerstörungen oder Verletzte lagen zunächst nicht vor.

Epizentrum in 38 Kilometer Tiefe

Das Epizentrum des Bebens lag 170 Kilometer nordöstlich von Tongas Hauptstadt Nukualofa in einer Tiefe von 38 Kilometern. Die Menschen seien ruhig geblieben, es habe keine Panik gegeben, erklärte Ron Vea von Radio Tonga in einem Interview mit der britischen BBC. Der Strom sei für etwa eine Viertelstunde ausgefallen, inzwischen gebe es aber wieder Elektrizität.

Nach dem starken Erdbeben wurde zunächst eine Tsunami-Warnung für die Region ausgegeben. Der Alarm vor den Flutwellen galt für die Fidschi-Inseln und für Neuseeland. Die Hawaii-Inseln wurden wegen der Gefahr einer möglichen Flutwelle zur Wachsamkeit aufgerufen worden - das ist eine Stufe unter einer Tsunami-Warnung. Am Mittwochabend bestand nach Angaben des Pazifik-Tsunami-Zentrums in Hawaii für den Südpazifik keine Gefahr einer Flutwelle mehr.

Messungen als Anzeichen für mögliche Flutwelle

Wie der Sender CNN berichtete, wurde eine Bewegung an einer Warn-Boje gemessen, die Anzeichen für einen einsetzenden Tsunami hätten sein können. Untersuchungen des Warnzentrums gabnm nun Entwarnung. Das Zentrum wies in seiner schriftlichen Mitteilung ausdrücklich darauf hin, dass die Warnung auf einer Einschätzung auf der Basis der Stärke des Bebens erfolgt sei. Es gab keinerlei Anzeichen für ein tatsächliches Einsetzen einer Flutwelle.

Tsunami 2004 vor Sumatra hatte Stärke 9

Am 26. Dezember 2004 hatte ein Seebeben der Stärke 9,3 vor der indonesischen Insel Sumatra eine Flutwellenkatastrophe ausgelöst. Rund 300.000 Menschen verloren ihr Leben. Das Erdbeben am zweiten Weihnachtstag hatte eine Stärke von 9,0 auf der Richterskala, das Epizentrum lag vor der Küste Sumatras (Indonesien). Weite Abschnitte der Küsten rund um den Indischen Ozean wurden verwüstet. Selbst in Afrika gab es Überflutungen.

Am schwersten getroffen wurde die indonesische Provinz Aceh im Norden Sumatras, wo mehr als 114 000 Leichen geborgen wurden. Dort gelten noch immer fast 128.000 Menschen als vermisst. In Sri Lanka wurden durch die Naturkatastrophe mehr als 38.000 Menschen getötet. In Indien gehen die Behörden von knapp 11.000 Toten aus. In Thailand registrierten die Experten inzwischen mehr als 5.300 Todesfälle.

Tsunamis breiten sich mit 900 Stundenkilometer aus

Wenn Erdbeben oder Vulkanausbrüche den Meeresboden erschüttern, kann eine riesige Flutwelle entstehen. Experten nennen sie Tsunami (japanisch: große Welle im Hafen). Tsunamis breiten sich mit bis zu 900 Stundenkilometern aus und können so binnen weniger Stunden ganze Ozeane durchqueren.

(APA)

  • Das Epizentrum liegt in der Nähe der Tonga-Inselgruppe rund 160 Kilometer nordöstlich der Hauptinsel Nuku'Alofa
    grafik: noaa - pacific tsunami warning center

    Das Epizentrum liegt in der Nähe der Tonga-Inselgruppe rund 160 Kilometer nordöstlich der Hauptinsel Nuku'Alofa

Share if you care.