Erfolgsstory für Seibersdorf

28. Juni 2006, 11:02
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Anstieg der Auftrags­forschung um acht, bei der Förderung um 15 Prozent gegenüber 2004 - Resultat: 1,21 Millionen Euro Gewinn

Wien – "Das beste Ergebnis in der 50-jährigen Unternehmensgeschichte" präsentierten am Mittwoch die Austrian Research Centers Seibersdorf (ARC). Die vom kaufmännischen Leiter Helmut Krünes vorgetragenen Highlights des Geschäftsjahres 2005:

Neben dem "normalen Geschäft" sind, wie im Offensivprogramm 2004+ angekündigt, 30 Mio. Euro in Sonderaktivitäten geflossen. Die Auftragsforschung stieg um acht Prozent auf 35,6 und die Fördergelder um 15 Prozent auf 21,5 Mio. Euro. Auch dank Auflösung von 5,06 Millionen Euro an Rücklagen verwandelte sich der Jahresfehlbetrag unterm Strich in einen Gewinn von 1,21 Mio. Euro.

Außertourlich vier Millionen Euro in die Kassen spülte die Übersiedlung der ARC- Tochter Arsenal Research auf die Paukergründe in Floridsdorf. Alles Geld wurde in Forschungsprojekte und - Infrastruktur investiert.

Ziel für 2007 sei ein Gleichstand zwischen Auftragsforschung und öffentlicher Zuwendungen gewesen – "das haben wir schon 2005 erreicht", zeigte sich ARC-Wissenschaftschef Erich Gornik stolz. Von Forschungsaufträgen der Wirtschaft lukrierten die ARC insgesamt 35,6 Mio. Euro (2004: 33 Mio. Euro), die Zahl der Beschäftigten stieg um 110 auf 995.

Großer Umbau

Was Krünes nicht vorgetragen hat: Die Leistungen seitens des Mehrheitseigentümers Infrastrukturministerium (50,46 Prozent) sind um fünf Prozent auf 34,9 Mio. Euro geschrumpft – eine Entwicklung, die seit 2000 anhält.

Und: Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung haben die geplante Ausgliederung der drei Bereiche Dosimetrie, Radiopharmaka und Toxikologie "abgedreht". Neue Auslagerungen kämen nicht in Frage, solang die Verschmelzung der 2001 errichteten Holding mit ihren wichtigsten Töchtern Seibersdorf Research, Systems Research und Business Services (ausgenommen Arsenal Research) nicht vollzogen sei, so die Begründung. Nicht goutiert wurde dem Vernehmen nach auch eine neue Tochter für Patent- und Lizenzverwertung und -vermarktung.

Hörbar unangenehm war Krünes die STANDARD-Frage nach den Einzelergebnissen der Seibersdorf-Gesellschaften. Was verständlich ist, schaffte trotz zusätzlicher Förderungen doch weder die Leitgesellschaft Seibersdorf Research den Sprung in die schwarzen Zahlen, noch die Systemforschung. Dafür wies Business Services, die gemeinsame Servicegesellschaft für Administration und Personalverrechnung einen Gewinn von 200.000 Euro aus. Dass diese Schieflage auch auf zu hohe interne Verrechnungssätze zurückzuführen sei, wies er zurück: "Das Gegenteil ist der Fall. Wir hatten so hohe Einsparungen dass die geplanten Aufwendungen unterschritten wurden." (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 4.5.2006)

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    Erfoggsgeschichte: Plus acht Prozent bei Auftragsforschung aus der Wirtschaft.

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