Die gesunde Portion Sonne

6. Februar 2007, 14:50
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Sonnenlicht schützt vor Vitamin-D-Mangel - eine ausreichende Zufuhr von Vitamin D durch die Ernährung alleine ist nicht möglich

Wien - Lange Zeit wurde Vitamin D hauptsächlich mit gesunden Knochen in Verbindung gebracht. Nun zeigt sich, dass das "Sonnenvitamin" weitaus mehr kann.

Chronische Erkrankungen

Jüngste Forschungsergebnisse bringen Vitamin-D-Mangel mit zahlreichen chronischen Erkrankungen in Verbindung: Neben Osteoporose scheinen auch Diabetes, Rheuma, Multiple Sklerose, Herzkreislauferkrankungen und Krebs durch Vitamin D beeinflusst zu sein. Das Dilemma: Der tägliche Bedarf kann nicht allein durch die Nahrung gedeckt werden. Das forum. ernährung heute empfiehlt daher drei Mal pro Woche 5-15 Minuten Sonne pur.

Sonnenlicht und Nahrung

Der Mensch hat zwei Möglichkeiten, seinen Vitamin-D-Bedarf zu decken: Er kann es durch die UVB-Strahlen des Sonnenlichts selbst in der Haut bilden und über Lebensmittel zuführen. Weil nur wenige Lebensmittel nennenswerte Mengen an Vitamin D enthalten, stellt die körpereigene Synthese die entscheidende Quelle dar. 75 bis 90 % entstehen durch UVB-Bestrahlung der Haut. Ein regelmäßiger Aufenthalt im Freien ist daher die effizienteste Art, sich mit genügend Vitamin D zu versorgen.

10 Minuten Sonne für die Vitamin D Produktion

Sonnencremen filtern viel von der ultravioletten Strahlung heraus, um die Haut vor ihrer schädlichen Wirkung zu schützen. Dadurch wird aber gleichzeitig die körpereigene Vitamin-D-Bildung geschmälert. Ein Sonnenschutzfaktor (SPF) von 8 reduziert die Vitamin-D-Bildung um 95 %, ein SPF von 15 gar um 98 %. "Zur ausreichenden Versorgung mit Vitamin D empfehlen wir, sich drei Mal pro Woche bis zu 15 Minuten ohne Sonnenschutz in der frischen Luft aufzuhalten", so Mag. Helga Cvitkovich-Steiner vom forum. ernährung heute.

Vitamin D Sättigung nach 20 Minuten erreicht

Nach rund 20 Minuten erreicht die Vitamin-D-Produktion ihr Maximum und kann nicht weiter gesteigert werden. Langes, ungeschütztes Sonnenbaden hat keinen Sinn, im Gegenteil: Es provoziert schwere Hautschäden. Dr. Helmut Leonhartsberger, Facharzt für Hautkrankheiten in Wien, bestätigt, dass "10 Minuten Sonne ohne Sonnenschutz ausreichend sind, um genug Vitamin D zu bilden und die Haut nicht zu schädigen".

Ernährung - die Vitamin D Lieferanten

In erster Linie sind es Fische mit hohem Fettgehalt wie Hering, Sardine, Makrele und Lachs. Bereits wesentlich weniger Vitamin D enthalten Fleisch, Milch und Eier. Problematisch ist die Situation bei Menschen, die sich zu wenig im Freien aufhalten und kaum Vitamin-D-Lieferanten auf ihrem Speiseplan haben.

Risikogruppe ältere Menschen

Ältere Menschen stellen eine besondere Risikogruppe dar, weil mit der Zeit die Fähigkeit nachlässt, die wertvolle Substanz selbst herzustellen. Ein 80-Jähriger produziert bei gleicher UVB-Einstrahlung nur noch ein Viertel der Menge eines 20-Jährigen.

Säuglinge erhalten Vitamin D

Bei Kindern ist eine gute Versorgung mit Vitamin D besonders wichtig, sonst kann sich Rachitis entwickeln: Die Knochen bleiben weich und verformen sich. Säuglinge erhalten daher vorbeugend Vitamin D in Form von Tropfen bzw. Tabletten.(apa/red)

  • Soviel Fisch, Eier oder Käse decken den täglichen Vitamin D Bedarf
    grafik: forum ernährung heute

    Soviel Fisch, Eier oder Käse decken den täglichen Vitamin D Bedarf

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