Gartner: Microsoft wird Terminplan für Vista nicht halten können

24. Mai 2006, 11:20
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Analysten glauben nicht an die Versprechungen der EntwicklerInnen aus Redmond

Der Softwarekonzern Microsoft und das Marktforschungsunternehmen Gartner haben derzeit sehr unterschiedliche Ansichten zum Thema Windows Vista.

Anfang oder MItte 2007?

Während Microsoft erklärte, dass das kommende Betriebssystem auf einem derzeit aktuellen PC problemlos laufen werde, vermeldete Gartner, dass dies nur auf der Hälfte aller PCs zutreffen würde, die anderen 50 Prozent könnten Vista nicht im vollen Umfang nutzen – der WebStandard berichtete. Kurz nachdem Microsoft erklärte, dass Vista zwar nicht 2006, so doch Anfang 2007 in den Handel kommen sollte, meldet Gartner nun, dass es keinesfalls vor April 2007 mit Vista rechne.

Zweite Testversion

Die Analysten rechneten gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg vor, wie es aus ihrer Sicht um Vista bestellt sei: Microsoft wird eine zweite Vorabversion zum Testen im Mai oder sogar erst im Juni ausliefern, so Gartner, damit sei die Zeit aber zu knapp um Windows Vista schon im Jänner 2007 auf neue Rechner und in den Handel zu bringen. Microsoft hatte dies aber als Starttermin genannt.

Windows Vista sollte ja eigentlich schon 2004 erscheinen, doch seither gab es eine Verschiebung nach der anderen. Die letzte Verschiebung soll nach Analystenmeinung nun die Verkäufe von Microsoft im vierten Quartal 2006 belasten und auch die Computerverkäufe – vor allem zu Weihnachten – bremsen. "Die Microsoft-Entwicklungsabteilung glaubt noch immer fest daran, dass sie Windows Vista in der geplanten Zeit ausliefern werden und Unternehmen mit Volume Licensing sowie OEM-Hersteller ihre PCs im Jänner 2007 ausliefern können", so Gartner in einem neuen Report. "Doch hat diese Abteilung auch gemeint, dass sie es in der Zeit zu einem Start im Sommer 2006 schaffen würde und ist gescheitert".

Feedback enorm wichtig

Experten rechnen zudem damit, dass die Unternehmen die an Microsoft Feedback liefern nun besonders gefordert sind. Das Feedback zur zweiten Betaversion von Windows Vista wird enorm wichtig sein, so die generelle Meinung. Diese Version wird zeigen, was Vista wirklich kann und wie sinnvoll ein schneller Einsatz im Unternehmen sein wird. Außerdem läßt sich daran dann endgültig ableiten, wie lange Microsoft für die finale Entwicklung noch brauchen wird.

Dementi

In einem Statement gegenüber Bloomberg dementierte Microsoft die Gartnermeldungen. "Wir widersprechen der Einschätzung von Gartner und sehen uns weiter voll im Plan für eine Auslieferung des finalen Produkts an Kunden des Volume Licensing-Programms im November 2006. Alle anderen werden Vista im Jänner 2007 erhalten". Das einzige was derzeit wirklich sicher ist, ist die Entwicklung des Aktienkurses von Microsoft – denn dieser sinkt mit jeder weiteren Ankündigung über Verschiebungen und Verzögerungen mit Sicherheit weiter nach unten.(red)

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    Nur alle vier Jahre steht der 29. Februar im Kalender - Microsoft hätte sich in letzter Zeit jedoch wohl mehrere zusätzliche Tage im Jahr gewünscht um sein Windows Vista rechtzeitig ausliefern zu können.

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