Wiener Islam-Lehrer bei Frauenrechten in Verruf

8. Juni 2006, 14:10
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Amir Zaidan soll laut "Falter" die Freiheits- und Grundrechte von Frauen missachten

Wien - Der Leiter des Islamischen Religionspädagogischen Instituts in Wien, Amir Zaidan, ist laut einem Bericht der Stadtzeitung "Falter" im Visier deutscher Verfassungsschützer. Im aktuellen Hessener Verfassungsschutzbericht wird Zaidan, dem Gründer der Islamischen Religionsgemeinschaft Hessen, vorgeworfen, sich mit der Unterzeichnung der Kamel-Fatwa gegen die Freiheits- und Grundrechte der Frauen zu richten. Der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, Anas Schakfeh, und Zaidan selbst weisen die Vorwürfe zurück.

Zaidan, der für die Fort- und Weiterbildung der etwa dreihundert muslimischen ReligionslehrerInnen in Österreich zuständig ist, sei als "Vorsitzender einer extremistischen Organisation unter genauer Beobachtung" gestanden, heißt im aktuellen Hessischen Verfassungsschutzbericht. Die Islamische Religionsgemeinschaft Hessen (IRH) verschleiere ihre verfassungsfeindlichen Ziele.

Diskriminierung muslimischer Schülerinnen

Die Verfassungsschützer verweisen auch darauf, dass Zaidan die "Kamel-Fatwa" unterzeichnet habe, die muslimischen Schülerinnen die Teilnahme an Klassenausflügen untersagt. Obwohl die Fatwa von der IRH nie veröffentlich wurde, kursierte sie in muslimischen Kreisen in Deutschland. Herbert Müller, Leiter der Kompetenzgruppe Islamismus beim Verfassungsschutz in Baden-Württemberg, meint: "Höflich gesagt ist Zaidan ein ultraorthodoxer Muslim."

Anas Schakfeh, Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, auf dessen Bestreben Zaidan 2002 nach Wien kam, verteidigt Zaidan: "Jeder hat das Recht auf Entwicklung." Zaidan selbst weist die Vorwürfe zurück: "Diese Leute wollen mich nicht verstehen. Sie interpretieren meine Schriften so, wie sie gerade wollen." (APA)

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    Zaidan wird vorgeworfen, sich mit der Unterzeichnung der Kamel-Fatwa gegen die Freiheits- und Grundrechte der Frauen zu richten.
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