Totschnig ung'schaut in die Tour

28. Juni 2006, 17:07
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Der Etappensieger des Vorjahres hat diesmal vermutlich keine Zeit für Streckenbesichtigungen in Frankreich

Wien - Die positiven Nachrichten von Österreichs Radprofis reißen nicht ab. Am Tag nach dem Gesamtsieg von Rene Haselbacher bei der Rheinland-Pfalz-Rundfahrt verlängerte Peter "Paco" Wrolich seinen Sprint beim Rennen Rund um den Henninger-Turm bis in einen Klagenfurter Kreißsaal. Dort gebar seine Elka in der Nacht auf Dienstag einen Sohn, der einmal auf den Namen Manolo hören soll.

Für einen bodenständigeren Josef haben sich die Totschnigs entschieden, Georg und Michaela freuten sich schon am 18. April über die Geburt ihres dritten Kindes. Papa Georg feierte quasi mit einer Rundfahrt, der Tiroler schloss am Sonntag die Tour de Romandie an 37. Stelle, rund eine Viertelstunde hinter dem australischen Sieger Cadel Evans ab. Der Ausflug hat dennoch seinen Zweck - langsamer Formaufbau für die Tour de France - erfüllt.

"Ich war vor der Romandie eine Woche krank, also bin ich schon mit einer realistischen Einschätzung hingefahren. Verhaut habe ich wegen technischer Probleme das Zeitfahren. Da hat mir ein Mechaniker einen Hund eingebaut", resümierte der Tour-Etappensieger des Vorjahres. Nach ein paar Tagen Rennpause begibt sich der Zillertaler in ein zweiwöchiges Höhentrainingslager zu St. Moritz, ehe er eine Woche vor der Tour de Suisse wieder Rennen bestreitet.

Eine genaue Erkundung der schwersten Etappen der Tour de France könnte heuer aus Zeitgründen ins Wasser fallen. "Das wäre schade. Allerdings kenne ich bis auf eine Alpenetappe alle Schwierigkeiten genau." Das fragliche Teilstück führt am 19. Juli, am Tag nach dem Ritt hinauf nach L'Alpe d'Huez, von Le Bourg-d'Oisans über 182 Kilometer zur Bergankunft in La Toussuire Les Sybelles.

Der Triumph seines Gerolsteiner-Teamkollegen Rene Haselbacher bei der Rheinland-Pfalz-Rundfahrt hat Totschnig besonders gefreut, "weil er dieses Erfolgserlebnis dringend gebraucht hat". Ob der Sieg dem Burgenländer einen Platz im Tour-Team von Gerolsteiner beschert, wagte Totschnig nicht zu prophezeien. "Entscheidend wird Haselbachers Form zum Zeitpunkt der Teamnominierung sein. Aber ich würde mich natürlich sehr freuen, wenn er mit dabei sein könnte." Vor allem in den Flachetappen kann Totschnig jede Unterstützung gut gebrauchen. (lü - DER STANDARD PRINTAUSGABE 3.5. 2006)

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