Kommentar der anderen: Was die Fachhochschulen brauchen

23. Juni 2006, 15:35
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Welche Chancen noch im FH-Sektor stecken und was für die Fortsetzung der Erfolgsgeschichte der FH's noch getan werden muss - Ein Kommentar der anderen

1993 begann die Erfolgsgeschichte. Welche Chancen noch im Bereich stecken und was für die Fortsetzung des Siegeszugs geschehen muss. Etwa eine deutliche Steigerung des Ausländeranteils. Oder eine verstärkte Positionierung im lebenslangen Lernen.

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Die Erfolgsstory der österreichischen Fachhochschulen ist bekannt und legendär. Ob die Fortsetzung dieser Erfolgsstory das bisherige Niveau halten wird, hängt davon ab, ob die Betreiber ihren Tugenden treu bleiben, das Tempo halten und ob Verbesserungschancen beherzt genutzt werden. Davon gibt es vor dem Hintergrund der Erfahrungen von Career mit Österreichs Top-Arbeitgebern einige.

Mehr Frauen:

Der Frauenanteil an den Fachhochschul-Studierenden muss deutlich erhöht werden - vor allem in den naturwissenschaftlichen Studiengängen. Frauen sind die Schlüsselarbeitskräfte der Zukunft - daher müssen sie auch in den Schlüsselausbildungswegen entsprechend vertreten sein.

Mehr Berufstätige:

Die Fachhochschule darf nicht nur eine Alternative zur Uni nach der Matura sein. Sie ist gerade im Zeitalter des lebenslangen Lernens eine interessante Karrierechance für Menschen, die bereits Berufserfahrung haben. Daher ist der Anteil von Studierenden aus dem zweiten Bildungsweg anzuheben - inklusive Verkürzung der Studienzeiten beim Nachweis facheinschlägiger Qualifikationen.

Mehr Ausländer:

Der Anteil ausländischer Studierender ist zu steigern. Nicht, weil die Fachhochschulen in der "Provinz" stehen. Aber mehr als 20 Prozent ausländische Hörer an allen FHs würde die künftige Fortsetzung des österreichischen Exportwunders mit tausenden Botschaftern Österreichs in ihren Heimatländern gewährleisten.

Mehr Mut:

Neue Ideen sind bei neuen Fachhochschul-Inhalten gefragt. Die Welt-Skination Nummer eins hat schon heute die beste Berg-und Skiausbildung. Dieser Themenkomplex verdient eine Mag.-Perspektive (Der erste Mag. h.c. muss natürlich gleich an Peter Schröcksnadel verliehen werden).

Noch ein Themenbeispiel: Verkaufen. Österreichs Hohe Schulen lehren alles, nur das nicht. Österreichs kleine und große Wirtschaft sucht (und braucht) nichts mehr als Top-Verkäufer: Die hohe Kunst des Verkaufens als FH-Studiengang wäre ein neues Kapitel der wirtschaftlichen Erfolgsgeschichte Österreichs. (DER FACHHOCHSCHUL-STANDARD, Printausgabe, 29./30.4/1.5.2006)

Zur Person

Markus Gruber ist Herausgeber der Karrierebestseller "Career" und "Career-Guide".

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