Jelinek gegen Handke-Absetzung

8. Juni 2006, 14:00
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Theater füge sich der "diktatorischen" KünstlerInnen-Ausgrenzung

Paris - Literatur-Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek hat sich "entsetzt" über die Entscheidung der Comédie-Francaise gezeigt, ein Stück von Peter Handke vom Programm zu nehmen. Das Theater hatte ein für Anfang 2007 geplantes Handke-Stück vom Spielplan genommen, weil dieser am Begräbnis des wegen Kriegsverbrechen angeklagt gewesenen jugoslawischen Ex-Präsidenten Slobodan Milosevic in Serbien teilgenommen hat.

Indem sie das Stück nicht aufführe, so Jelinek, füge sich die traditionsreiche Bühne in die schlimmste Tradition jener kulturellen Institutionen ein, die in Zeiten der Diktatur KünstlerInnen ausgrenzen und zum Schweigen verurteilen. (DER STANDARD, Printausgabe 02.05.2006)

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