Sonnenallergie - wenn die Haut juckt

3. Jänner 2007, 11:41
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Diagnose Mallorca Akne - Was tun wenn die Sonnencreme zur juckenden Belastung wird

Juckende Pusteln oder nässende Bläschen - wem die Sonne unter die Haut geht, der leidet umgangssprachlich an einer Sonnenallergie. Die häufigsten Lichtreaktionen werden medizinisch als "polymorphe Lichtdermatose" in einem Begriff zusammengefasst. Je nach Studie sind heute zehn bis zwanzig Prozent der Menschen davon betroffen. In rund fünf Prozent der Fälle handelt es sich um die hartnäckigere Mallorca Akne, die durch das Eincremen mit Sonnenschutzmittel ausgelöst werden kann.

Mallorca Akne

Beschrieben wurde dieses Krankheitsbild erstmals 1972 vom dänischen Dermatologen Nils Hjorth. Er beobachtete bei Touristen nach ihrer Rückkehr aus einem Mallorca-Urlaub die typischen Hautsymptome. Charakteristischerweise treten die Beschwerden nach dem ersten intensiven Sonnenbad des Jahres auf oder beim schnellen Urlaub im sonnigen Süden.

Zusammenhang mit rückfettendem Sonnenschutz

Die einwirkenden UV-Strahlen sind in Verbindung mit stark rückfettenden, emulgatorhältigen Sonnenschutzmitteln für die allergieähnlichen Hautveränderungen verantwortlich. In der Haut bilden sich freie Radikale (Moleküle mit zellschädigender Wirkung), die in Verbindung mit Fetten Entzündungsreaktionen im Bereich der Haarfollikel hervorrufen können. Besonders davon betroffen sind Frauen mit fettigem Hauttyp. Typische Lokalisationen sind sonnenexponierte Stellen wie Schultern, Dekolletee, Hals und Oberarme.

Keine gewöhnliche Akne

Im Rahmen der Entzündung kommt es zur Bindegewebsneubildung, die eine kleine mit Hornmaterial, Zellresten und Talg gefüllte Zyste umschließt. Diese Veränderungen sind als kleine derbe Knötchen sichtbar. Im Gegensatz zur gewöhnlichen Akne (Akne vulgaris) finden sich keine Komedonen (Mitesser) und auch keine Pusteln (Eiterbläschen). Das Gesamtbild auf der Haut ist sehr einheitlich. Begleitet werden die Hauterscheinungen von starkem Juckreiz.

Langsames Sonnenbaden ohne künstliche UV Strahlung

Präventiv gilt es die Haut nach dem Winter schrittweise an das stärker werdende Sonnenlicht zu gewöhnen. Inwieweit die PUVA (UVA-Bestrahlung bei gleichzeitiger Einnahme eines Photosensibilisators = Photochemotherapie) und UVB-Bestrahlung mit UV-Lampen (Lichthardening) prophylaktisch sinnvoll sind, darüber sind sich die Experten uneinig. Bräunungsgeräte in Sonnenstudios empfehlen Mediziner nicht. Diese lösen häufig eine andere Form der "Sonnenallergie", die Polymorphe Lichtdermatose, aus.

Fettfreie Sonnenschutzmittel

Den bestmöglichen Schutz bieten fettfreie Sonnenschutzmittel auf Hydrogelbasis ohne Emulgatoren (Tenside mit ungesättigten Fettsäureresten). Besonders jene mit hohem UVA-Schutz sind zu empfehlen, da dieser ein wichtiger Faktor gegen "Sonnenallergien" darstellt.

Gut geschmiert gegen UVA und UVB-Strahlung

UVA-Strahlung geht durch Glas – im Gegensatz zur UVB-Strahlung. Das ist der Grund warum man bei stundenlangen Autofahrten zwar nicht braun wird aber trotzdem eine Mallorca Akne bekommen kann. Noch wirksamer sind Sonnengels, die den Zusatzstoff Pro-Tocopheron (Vitamin-E-Vorstufe) beinhalten. Dieses kann als Antioxidans freie Radikale binden.

Vorbeugend kann Beta Carotin helfen

Zusätzlich ist es sinnvoll vor und nach dem Sonnenbad keine Körperpflegemittel auf Emulsionsbasis aufzutragen. Einigen "Sonnenallergikern" hilft die prophylaktische Einnahme von Beta-Carotin (Antioxidans). Eine Tagesdosis von 25 Milligramm über sechs bis acht Wochen kann vorbeugend helfen. Für Raucher ist die isolierte Einnahme von Carotinoiden ungeeignet. Sie erhöhen dadurch das Lungenkrebsrisiko. Wissenschaftlich nicht nachweisbar ist die vorbeugende Wirkung der Einnahme von Kalzium-Tabletten und die Wirkung fettreier After-Sun-Produkte.

Was tun im Ernstfall?

Die beste Therapiemethode heißt: Sonne meiden und abwarten. Oft bilden sich die Knötchen langsam im Laufe einiger Wochen zurück. Auf die Verwendung cortisonhaltiger Cremen und Salben sollte verzichtet werden. Cortison fördert die Entstehung von Akne, außerdem fördern die enthaltenen Fette bei neuerlicher Sonneneinstrahlung die Entzündungsreaktion noch weiter.

Therapie bei schwerer Mallorca Akne

Eine empfehlenswertere und wirksamere Therapie als das Vermeiden von Sonnenlicht gibt es nicht. Übliche Aknetherapien werden von Hautärzten fallweise angewendet. Bei besonders starker Ausprägung der Hautsymptome wird dennoch manchmal Cortison in Erwägung gezogen. Dann kommen fettfreie und flüssige Zubereitungsformen zum Einsatz. Gegen den Juckreiz helfen Antihistaminika.

Polymorphe Lichtdermatose

In den letzten Jahren wurde die Mallorca Akne seltener beobachtet. Ein Grund dafür können die zunehmend besseren Sonnenschutzmittel sein oder, dass die Mallorca Akne gelegentlich als Variante der Polymorphen Lichtdermatose (PLD) gesehen wird.

Dermatose oder Akne?

Die Abheilung der PLD erfolgt im Normalfall wesentlich rascher als die der Mallorca-Akne - im Idealfall innerhalb weniger Tage Sonnenabstinenz. Schwierigkeiten die PLD von der Mallorca Akne zu unterscheiden, bereitet manchmal die papulöse (knötchenartige) Form der Polymorphen Lichtdermatose, die auch als Quaddel oder Rötung in Erscheinung tritt (polymorphes Bild). Ergänzende Therapiemöglichkeit bei der PLD ist Chloroquin. Ein Medikament, das vor allem in der Malariatherapie seine Anwendung findet. (phr)

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