Wird Java nun doch Open Source?

11. Mai 2006, 13:54
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Diskussion über die Freigabe von Suns Technologie hat durch Führungswechsel im Unternehmen neue Fahrt aufgenommen

Im Gefolge des unlängst erfolgten Führungswechsels bei Sun hat offenbar auch eine der kontroversesten Debatten innerhalb des Unternehmens wieder neue Fahrt aufgenommen: Die Frage ob Java als Open Source freigegeben werden soll, darüber berichtet eweek.

Konferenz

Dazu passt, dass bereits in wenigen Tagen – konkret am 16. Mai - die JavaOne-Konferenz eröffnet wird. BefürworterInnen der Freigabe hoffen darauf, dass CEO Jonathan Schwartz den zentralen Java-Event des Jahres benutzen könnte, um eine entsprechende Entscheidung bekannt zu geben. GegnerInnen versuchen dies hingegen offenbar in Gesprächen mit dem Firmenchef derzeit zu verhindern. Ihre "Befürchtungen" gründen sich wohl nicht zuletzt auf dem Umstand, dass Schwartz persönlich für die Freigabe des Betriebssystems Solaris als Open Source verantwortlich zeichnete.

Widersprüchlich

In der Vergangenheit hat Sun recht unterschiedliche Signale in Richtung Open Source Java ausgesandt: Während Ex-CEO Scott McNealy mehrmals betonte, dass früher oder später die ganze Produktlinie des Unternehmens als Open Source freigegeben wird, hat man die konkrete Forderung zur Java-Freigabe immer wieder abgelehnt. Als Argumentation wies man dabei vor allem auf eine befürchtet Fragmentierung der Java-Basis hin. Andere Unternehmen könnten den Kern nehmen und so verändern, dass mehrere inkompatible Versionen entstünden, was wiederum der Plattform schaden würde, und dazu führen könnte, dass das Unternehmen nicht länger die Entwicklungsrichtung vorgeben könnte.

Dagegenhalten

Eine Argumentation, der nicht alle folgen können, immerhin stellt Sun ohnehin mit Abstand die meisten EntwicklerInnen für das Projekt, hätte als auch nach einer Freigabe einen zentralen Einfluss auf die Entwicklung. Und selbst wenn ein großes Unternehmen wie Microsoft oder IBM ihre eigene inkompatible Java-Version entwickeln würden, blieben Sun ja noch immer die Rechte auf das offizielle Java-Trademark, um zur eigenen Version kompatible Varianten und Programme zu kennzeichnen.

Fragmentierung?

Insofern würde sich zum Status Quo recht wenig ändern, immerhin gibt es ja bereits jetzt verschiedene Java-Varianten, auch Microsoft hat in der Vergangenheit mit J++ bereits einmal Bemühungen in diese Richtung unternommen. Hinzu komme, das Java vor allem im Webbereich mehr und mehr an die Open Source-Konkurrenz von Python / Perl / PHP verliert, wie der ehemalige Netzwerkchef des Unternehmens Peter Yared festhält. Eine Freigabe als Open Source könnte hilfreich sein, diesem Trend entgegenzuwirken. (red)

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