"Christophorus 6"-Absturz: Ursache unklar

7. Mai 2006, 20:48
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Pilot kann wegen schwerer Verletzungen noch nicht einvernommen werden

Salzburg - Einen Tag nach dem Absturz des ÖAMTC-Rettungshubschraubers "Christophorus 6" beim Anflug auf die Landeplattform des Salzburger Unfallkrankenhauses gab es am Dienstag noch keine Klarheit über die Ursache des Unglücks. Das Wrack wurde geborgen und zur Auswertung nach Wien überstellt, sagte Albert Struber, Leiter des Landeskriminalamtes, der APA. Die fünf Opfer sind auf dem Weg der Besserung.

Die Flugunfallkommission habe am Dienstagvormittag ihre Arbeit an Ort und Stelle bereits abgeschlossen, sagte Struber. Das Wrack werde in Wien weiter untersucht, neue Erkenntnisse über die Ursache des Absturzes gebe es vorerst aber keine, auch nicht durch die Befragung von Zeugen. Der Pilot des Helikopters habe bisher noch nicht befragt werden können. Er sei sehr schwer verletzt, "aus jetziger Sicht, glaube ich, kann er heute sicher nicht mehr einvernommen werden", meinte Struber.

Crew-Mitglieder haben Spital verlassen

Die drei Crew-Mitglieder des C6 - der 37-jährige Flugretter Josef K., die 35-jährige Notärztin Eva F. sowie der 42-jährige Sanitäter Gerhard T. - konnten das Krankenhaus am Dienstag bereits verlassen. Der schwer verletzte Motorradfahrer, der 53-jährige Erwin H. aus Obertrum (Flachgau), der den Absturz in einer Vakuummatratze anscheinend ohne weitere Verletzungen überstand, befindet sich weiterhin in der Intensivstation, so der ÖAMTC. Für den schwer verletzten Piloten besteht zwar keine Lebensgefahr, der Salzburger wird jedoch noch ldoch wird dem 33-jährigen Martin N. aus Salzburg ein längerer Krankenhausaufenthalt nicht erspart bleiben.

Kurt Nordberg, Chef der ÖAMTC-Rettungshubschrauber, sagte im APA-Gespräch, er hoffe auf eine rasche Aufklärung durch die Flugunfallkommission, weil in ganz Europa Hunderte solcher Fluggeräte im Rettungsdienst im Einsatz seien, und ein technischer Defekt derzeit theoretisch als Unfallursache auch möglich sei. Die Flotte des ÖAMTC besteht aus 24 solcher Eurocopter EC 135. "Weltweit sind im zivilen Bereich fast 500 EC 135, rund 350 davon in der Rettungsfliegerei im Einsatz", so Nordberg.

Schutz vor Aufprall

Die Eurocopter 135 hätten den höchsten Sicherheits-Level, den es gibt, so Nordberg. Beim Absturz in Salzburg hätten sich die verschiedenen passiven Sicherheitselemente der Zelle sicher bezahlt gemacht. Diese Carbon-Zelle habe auf der Unterseite einen Aufprallschutz und eine Stauchzelle, außerdem seien alle Sitze mit einer 20 Zentimeter dicken Stauchzone versehen, so Nordberg.

Seit Dienstag früh ist in Salzburg auch wieder ein Christophorus 6 stationiert und einsatzbereit, sagte Nordberg. Alle 24 ÖAMTC-Helikopter seien ident ausgerüstet, immer wieder werden welche ausgetauscht.

Der Hubschrauber ist am Montag zu Mittag beim Anflug auf das Dach des UKH Salzburg seitlich abgeschmiert und rund 25 Meter in die Tiefe gestürzt. Er prallte im Garten des Betriebskindergartens auf, der aber am Montag wegen des Feiertages zum Glück nicht geöffnet hatte. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Das Wrack des Christophorus-Hubschraubers

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