Pilot kann wegen schwerer Verletzungen noch nicht einvernommen werden
Salzburg - Einen Tag nach dem Absturz des
ÖAMTC-Rettungshubschraubers "Christophorus 6" beim Anflug auf die
Landeplattform des Salzburger Unfallkrankenhauses gab es am Dienstag
noch keine Klarheit über die Ursache des Unglücks. Das Wrack wurde
geborgen und zur Auswertung nach Wien überstellt, sagte Albert
Struber, Leiter des Landeskriminalamtes, der APA. Die fünf Opfer sind
auf dem Weg der Besserung.
Die Flugunfallkommission habe am Dienstagvormittag ihre Arbeit an
Ort und Stelle bereits abgeschlossen, sagte Struber. Das Wrack werde
in Wien weiter untersucht, neue Erkenntnisse über die Ursache des
Absturzes gebe es vorerst aber keine, auch nicht durch die Befragung
von Zeugen. Der Pilot des Helikopters habe bisher noch nicht befragt
werden können. Er sei sehr schwer verletzt, "aus jetziger Sicht,
glaube ich, kann er heute sicher nicht mehr einvernommen werden",
meinte Struber.
Crew-Mitglieder haben Spital verlassen
Die drei Crew-Mitglieder des C6 - der 37-jährige Flugretter Josef
K., die 35-jährige Notärztin Eva F. sowie der 42-jährige Sanitäter
Gerhard T. - konnten das Krankenhaus am Dienstag bereits verlassen.
Der schwer verletzte Motorradfahrer, der 53-jährige Erwin H. aus
Obertrum (Flachgau), der den Absturz in einer Vakuummatratze
anscheinend ohne weitere Verletzungen überstand, befindet sich
weiterhin in der Intensivstation, so der ÖAMTC. Für den schwer
verletzten Piloten besteht zwar keine Lebensgefahr, der Salzburger wird jedoch noch ldoch wird dem
33-jährigen Martin N. aus Salzburg ein längerer Krankenhausaufenthalt
nicht erspart bleiben.
Kurt Nordberg, Chef der ÖAMTC-Rettungshubschrauber, sagte im
APA-Gespräch, er hoffe auf eine rasche Aufklärung durch die
Flugunfallkommission, weil in ganz Europa Hunderte solcher Fluggeräte
im Rettungsdienst im Einsatz seien, und ein technischer Defekt
derzeit theoretisch als Unfallursache auch möglich sei. Die Flotte
des ÖAMTC besteht aus 24 solcher Eurocopter EC 135. "Weltweit sind im
zivilen Bereich fast 500 EC 135, rund 350 davon in der
Rettungsfliegerei im Einsatz", so Nordberg.
Schutz vor Aufprall
Die Eurocopter 135 hätten den höchsten Sicherheits-Level, den es
gibt, so Nordberg. Beim Absturz in Salzburg hätten sich die
verschiedenen passiven Sicherheitselemente der Zelle sicher bezahlt
gemacht. Diese Carbon-Zelle habe auf der Unterseite einen
Aufprallschutz und eine Stauchzelle, außerdem seien alle Sitze mit
einer 20 Zentimeter dicken Stauchzone versehen, so Nordberg.
Seit Dienstag früh ist in Salzburg auch wieder ein Christophorus 6
stationiert und einsatzbereit, sagte Nordberg. Alle 24
ÖAMTC-Helikopter seien ident ausgerüstet, immer wieder werden welche
ausgetauscht.
Der Hubschrauber ist am Montag zu Mittag beim Anflug auf das Dach
des UKH Salzburg seitlich abgeschmiert und rund 25 Meter in die Tiefe
gestürzt. Er prallte im Garten des Betriebskindergartens auf, der
aber am Montag wegen des Feiertages zum Glück nicht geöffnet hatte. (APA)